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John Demjanjuk im Verhandlungssaal im Landgericht in München.

Demjanjuk-Prozess: KZ-Helfer erkennt Angeklagten

München - Mit der Befragung eines Nazi-Helfers ist am Mittwoch der Münchner Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk fortgesetzt worden.

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Ein Zeuge hat am Mittwoch vor dem Landgericht München II den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk auf einem alten Foto sowie in Fernsehdokumentationen erkannt.

Demjanjuk sei Wachmann im Konzentrationslager Flossenbürg gewesen, sagte der 93 Jahre alte Alex N., der im Zweiten Weltkrieg in dem KZ in der Oberpfalz als Hilfswilliger eingesetzt war.

“Er hat dasselbe gemacht wie ich. Wir waren Wachmänner.“ Allerdings konnte er den heute 89- jährigen Demjanjuk, der die Verhandlung erneut im Liegen verfolgte und eine Sonnenbrille trug, bei einer direkten Gegenüberstellung nicht identifizieren. Damit bliebt weiter unklar, ob der Angeklagte der mutmaßliche NS-Verbrecher ist. “Ich kann ihn nicht erkennen“, sagte der Zeuge.

Auch darüber, ob Demjanjuk vor dem Einsatz in Flossenbürg im Vernichtungslager Sobibor war, konnte Alex N. nichts sagen. “Ich war da nicht - und ich weiß das nicht.“

Der aus der Umgebung von Kiew in der Ukraine stammende Mann berichtete, wie er 1940 in deutsche Gefangenschaft geriet und dann in das SS-Ausbildungslager Trawniki kam. “Ich wurde einfach gefragt, ob ich arbeiten will. Und ich hatte Hunger. Das war alles“, sagte der 93-Jährige, der heute in Landshut lebt. Seine Aussagen mussten von einem Dolmetscher ins Deutsche übersetzt werden.

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Vom Vernichtungslager Sobibor dagegen sei ihm nichts bekannt, sagte Alex N., und er habe mit Demjanjuk auch nie darüber gesprochen: “Ich war nicht da. Das sagt mir gar nichts.“ Demjanjuk habe er erst in Flossenbürg kennengelernt. Der Iwan war schon da.“

Als Wachmänner seien sie mit Machinengewehren und italienischen Karabinern bewaffnet gewesen. In der Freizeit seien sie in eine Wirtschaft in der Nähe des Lagers zum Biertrinken gegangen. Von Flossenbürg seien sie kurz vor Kriegsende zusammen zur Wlassov-Armee abkommandiert worden, später hätten sie dann zusammen in Landshut gewohnt.

Demjanjuk habe schließlich geheiratet und sei nach Amerika ausgewandert, er selbst habe dagegen kein Visum bekommen, sagte Nagorny. Erst als Demjanjuk als vermeintlicher “Iwan der Scheckliche“ 1988 in Jerusalem zum Tode verurteilt wurde, habe er wieder von ihm gehört. “Jetzt habe ich ihn nicht erkannt. Aber im Fernsehen hab ich ihn damals erkannt“, sagte Nagorny.“

Der Zeuge soll zusammen mit Demjanjuk im KZ Flossenbürg als Wachmann tätig gewesen sein. Gegen ihn laufen auch Vorermittlungen. Der 89-jährige Demjanjuk soll als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen 1943 bei der Ermordung von 27 900 Juden in den Gaskammern geholfen haben.

Er hatte bislang bestritten, je für die SS als KZ-Wachmann gearbeitet zu haben, und schweigt seit Prozessbeginn. Die Anklage stützt sich auf seinen von der SS ausgestellten Dienstausweis sowie auf Verlegungslisten und Waffenbücher des Ausbildungslagers Trawniki und der Lager Sobibor und Flossenbürg von 1943 bis 1945.

Der Prozess gegen Demjanjuk hat im November 2009 begonnen und wird voraussichtlich weit länger dauern als bisher geplant. Das Landgericht legte bereits Verhandlungstermine bis zum 13. September fest.

dpa/dapd

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