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Seit Beginn des Verfahrens Ende November ist bereits zum vierten Mal ein Prozesstag wegen der angeschlagenen Gesundheit Demjanjuks ausgefallen

Demjanjuk weiter krank - Prozess zieht sich hin

München - Der Prozess gegen den mutmaßlichen NS- Verbrecher John Demjanjuk ist auch am Donnerstag und damit am zweiten Tag in Folge wegen gesundheitlicher Probleme des Angeklagten ausgesetzt worden.

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Am Donnerstag sollte vor dem Landgericht München II noch einmal der Richter Thomas Walther als Zeuge gehört werden, der bei der Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg das Verfahren gegen den gebürtigen Ukrainer ins Rollen gebracht hatte. Er war bereits am Dienstag vernommen worden. Seine Aussage soll nun am 9. Februar fortgesetzt werden. Der Sachverständige Dieter Pohl vom Institut für Zeitgeschichte soll das nächste Mal am 16. Februar gehört werden, teilte die Justizpressestelle mit.

Der Vorsitzende Richter Ralph Alt sagte am Rande des Verfahrens, er rechne damit, dass sich der Prozess noch länger hinziehen werde. Es werde “bis zur Sommerpause auf jeden Fall“ verhandelt. Bisher sind nur Termine bis Mai gesetzt.

Ein möglicher neuer Zeuge, der sich überraschend in Russland zu Wort gemeldet hatte, soll zunächst nicht vor Gericht gehört werden. Er werde die Vernehmung des Mannes vorerst nicht beantragen, sagte Staatsanwalt Hans-Joachim Lutz am Donnerstag am Rande des Verfahrens. Der 87-jährige Alexej Weizen hatte dem Moskauer Büro des tschechischen Rundfunksenders “Cesky rozhlas“ gesagt, anders als andere Überlebende des NS-Vernichtungslagers Sobibor erkenne er Demjanjuk wieder. Demjanjuk sei einer der Aufseher gewesen, sagte Weizen in dem am Mittwoch gesendeten Interview. “Ich habe gesehen, wie er Häftlinge zu Arbeiten in den Wald führte.“ Weizen sagte, er habe 1942/43 in Sobibor verbringen müssen. Zur möglichen Beteiligung von Demjanjuk an Gräueltaten könne er aber nichts sagen.

dpa

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