Demjanjuks SS-Ausweis wird erneut geprüft

München - Im Verfahren gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk will das Landgericht München letzte Hindernisse für eine Zulassung der Anklage aus dem Weg räumen.

Richter, Staatsanwälte und Verteidiger werden in München erneut einen SS-Dienstausweis als zentrales Beweisstück gegen den 89-Jährigen in Augenschein. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins “Spiegel“ hat die Staatsanwaltschaft München bestätigt.

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Nach Angaben einer Sprecherin ist ein solcher Termin mit den Beteiligten des Verfahrens geplant. Demjanjuk ist wegen Beihilfe zum Mord in 27 900 Fällen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm vor, als Wachmann 1943 im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen bei der Ermordung tausender Juden in den Gaskammern geholfen zu haben.

Demjanjuk sitzt seit seiner Abschiebung aus den USA im Mai in München- Stadelheim in der dortigen Krankenabteilung in Untersuchungshaft. Ein Historiker der US-Sonderermittlungsbehörde OSI bringe den Dienstausweis aus Washington, wo er in einem Tresor des Justizministeriums verwahrt werde, heißt es in dem “Spiegel“-Bericht.

An der Echtheit des Dokuments hatte es immer wieder Zweifel gegeben. Zuletzt stufte das Bayerische Landeskriminalamt das Papier als echt ein. Nach derzeitigem Stand wird der Prozess gegen Demjanjuk nicht vor Anfang November beginnen. Mit der Entscheidung über die Eröffnung des Verfahrens sei nicht vor Ende dieses Monats zu rechnen, hatte die Justizpressestelle in der vergangenen Woche erklärt.

Demjanjuks Anwalt Ulrich Busch erwäge nun, vors Bundesverfassungsgericht zu ziehen, was aber den Beginn nicht hinauszögern würde, hieß es in dem Bericht. Im Prozess wird Demjanjuk wahrscheinlich schweigen: “Mein Mandant wird sich zu den Vorwürfen nicht einlassen“, sagte Busch dem “Spiegel“.

dpa

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