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John Demjanjuk verfolgt den Prozess vom Rollbett aus

Weiße Rose für NS-Verbrecher

München - Im Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk sind am Mittwoch erstmals eine Tochter und ein Enkel des Angeklagten im Gerichtssaal erschienen. Und machten ihm ein Geschenk.

Die Tochter brachte nach Angaben von Prozessbeobachtern ihrem 90-jährigen Vater in einer Sitzungspause eine weiße Rose an das Rollbett, von dem aus er den Prozess verfolgt. Es war das erste Mal seit Beginn des Prozesses am 30. November 2009, dass Angehörige Demjanjuks das Verfahren besuchten.

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Die Beweisaufnahme soll den Angaben zufolge in Kürze geschlossen werden. Das Gericht hatte für die Plädoyers der Staatsanwaltschaft bereits einmal den 22. Februar ins Auge gefasst. Dem Zeitplan zufolge könnte am 23. März ein Urteil gesprochen werden.

Demjanjuk soll als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor 1943 von März bis September bei der Ermordung von 27 900 Juden in den Gaskammern geholfen haben. Der gebürtige Ukrainer war 1942 in deutsche Gefangenschaft geraten. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ließ er sich im SS-Lager Trawniki zum Wachmann ausbilden und war dann unter anderem im Vernichtungslager Sobibor eingesetzt, das allein zur planmäßigen Ermordung der Juden diente und wo nach Schätzungen bis zu 250 000 Menschen starben. Im Mai 2009 wurde er aus den USA nach Deutschland abgeschoben und in München wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

dpa

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