1500 Demonstranten gegen Rechts in Augsburg - Polizist verletzt

Augsburg - Mehr als 1500 Menschen haben am Samstag in Augsburg gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten demonstriert. Ein Bündnis aus Vertretern von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Vereinen hatte zu den Gegendemonstrationen aufgerufen..

 “Der Protest war weitgehend friedlich, vereinzelt flogen aber Steine, Flaschen und Eier aus den Reihen der Linken“, sagte ein Polizeisprecher. Ein Polizist wurde von einem Stein am Kopf leicht verletzt. Außerdem zerkratzten vermutlich Personen des linken Spektrums mehrere Autos der Polizei. Der Schaden sei noch nicht ermittelt.

Insgesamt 11 Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren wurden verhaftet, darunter neun Gegendemonstranten und zwei Rechtsextremisten. Sie bekamen Anzeigen unter anderem wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Beleidigungen. Ein 17- jähriger trug ein Messer bei sich. Zehn Personen erhielten Platzverweise.

Etwa zwei Stunden dauerte der Marsch der circa 220 Rechtsextremisten. Sie liefen vom Jakober Tor über den Prinzregentenplatz in Richtung Kurze Bahnhofstraße. Dort hielten sie eine Schlusskundgebung ab. Die Rechtsextremisten kamen zumeist aus Oberbayern und Franken.

In der Innenstadt gab es zehn Gegendemos. Allein am Rathausplatz protestierten mehr als 1000 Menschen. Die Augsburger Polizei war mit Beamten aus München, Nürnberg und Dachau sowie der Bundespolizei im Einsatz. Im Zentrum mussten kurzfristig Straßen gesperrt werden.

Zuvor hatte die Stadt Augsburg die Demonstration der Rechtsextremisten verboten. Dagegen hatten die Veranstalter Rechtsmittel eingelegt und vor dem Verwaltungsgericht Augsburg sowie dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) Recht bekommen. Das Rechtsgut der Versammlungsfreiheit sei höher einzustufen als die von der Stadt vorgebrachte Befürchtung, die Würde von Opfern und grundlegende soziale und ethische Anschauungen könnten durch die Rechtsextremen erheblich verletzt werden, argumentierten die Richter.

dpa/lby

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