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Seine Zivilcourage hat der Manager Dominik Brunner mit dem Leben bezahlt. Er wurde am S-Bahnhof Solln totgeprügelt, als er versuchte, vier Schüler zu schützen. Seine Heimatgemeinde Ergoldsbach errichtet ihm jetzt ein Denkmal. Es zeigt Brunner kurz vor dem Angriff, ist aber auch eine sinnbildliche Darstellung der Zivilcourage. Das Bild zeigt ein Modell des vom Gemeinderat beauftragten Bildhauers Stefan Rottmeier.

Ein Denkmal für Dominik Brunner

Ergoldsbach - Der Markt Ergoldsbach (Kreis Landshut) errichtet dem ermordeten Dominik Brunner ein Denkmal. Das Ehrenmal soll eine bleibende Erinnerung an den heldenhaften Helfer sein und ein Symbol für Zivilcourage.

Aufrecht und entschlossen steht er da, die rechte Hand beherzt erhoben. Der linke Arm schiebt ein Kind schützend hinter den Rücken. Der Kopf ist gesichtlos, der Körper angespannt, im Begriff, nach vorne zugehen. Die zwei Gestalten erinnern an eine Mord-Tat, die ganz Deutschland aufgewühlt hat.

Der Gemeinderat in Ergoldsbach hat sich entschlossen, dem von zwei jugendlichen Schlägern getöteten Dominik Brunner ein lebensgroßes Denkmal aus Bronzeguss zu setzen: Es stellt sein mutiges Handeln als paradigmatisch für Zivilcourage dar. „Durch die Gesichtslosigkeit der Figuren hat jeder die Möglichkeit zu erkennen, dass Zivilcourage eine Möglichkeit in uns allen ist", sagt der Bildhauer Stefan Rottmeier (30), der die Statuen-Formation entworfen hat.

Dominik Brunner wuchs in Ergoldsbach auf und wohnte in einem Haus in der Nähe seiner Eltern, um die er sich kümmerte. Die Wochenenden verbrachte er in München bei seiner Freundin. Seine Zivilcourage hat Brunner mit dem Leben bezahlt: totgeprügelt am S-Bahnhof Solln am 18. September 2009. Markus S. (18) und Sebastian L. (17) sind wegen Mordes angeklagt. Wie von Sinnen sollen sie auf ihn eingeschlagen haben. Brunner starb wenig später im Krankenhaus. Couragiert hatte er versucht, vier Schüler zu beschützen, die von den Angeklagten bedroht worden waren. 3000 Menschen gedachten am Münchner Odeonsplatz dem Ermordeten, den Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) „im positiven Sinne einen Held" nannte.

Die Gemeinderäte in Ergoldsbach einigten sich schon früh auf eine großartige Art des Gedenkens: Das Statuen-Ensemble zeigt einerseits eine Momentaufnahme, wie Brunner in der Situation besonnen reagiert. Andererseits ist er nicht als Person erkennbar, steht somit sinnbildlich für Zivilcourage. Das Konzept hat Bildhauer Rottmeier selbst entworfen. Er wohnt und arbeitet in Ergoldsbach, unterrichtet zudem an einer Realschule. Seine Skulpturen sind in Rathäusern und Galerien in der Region zu sehen. „Sein Entwurf hat uns sofort überzeugt", sagt Ergoldsbachs Bürgermeister Ludwig Robold.

Den Ort für das Denkmal hat das Gremium klug gewählt: Es wird vor einem Neubau mit Namen „Dominik-Brunner-Haus" errichtet, in dem ein Schülerhort und ein Kindergarten untergebracht sind. „Gerade für Kinder wollten wir das Ereignis selbsterklärend darstellen", sagt Rathauschef Robold. Noch existiert das Denkmal nur als Modell, am Jahrestag der Tat am 18. September soll es mit dem Gebäude eingeweiht werden.

Drei Kernelemente von Zivilcourage sieht Bildhauer Rottmeier in der Statue verwirklicht: „Zum einen der Entschluss, einzugreifen. Brunners beschwichtigende Handlungsweise, und, dass er sich schützend vor die Schüler gestellt hat." Umgesetzt hat er das in der angespannten Körperhaltung, der sanft erhobenen rechten Hand und dem Kind, das vor Gefahr abschirmt wird. Nach Robolds Worten kostet das Kunstwerk die Gemeindekasse einen „fünfstelligen Betrag im mittleren Bereich". Reich sei Ergoldsbach nicht gerade. Robold: „Aber wir wollen dem Gedenken an Dominik Brunner gerecht werden."

Stefan Mühleisen

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