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Überfüllte Züge, Verspätungen, Ausfälle. Seit dem Fahrplanwechsel sind erst drei Tage vergangen, aber die Liste der Pannen ist lang.

Fahrplanwechsel

Bahn-Chaos: Ernüchternde Bilanz für DB und BOB

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München – Das Bahn-Chaos nimmt kein Ende: Überfüllte Züge, Verspätungen, Ausfälle. Seit dem Fahrplanwechsel sind erst drei Tage vergangen, aber die Liste der Pannen ist lang.

Deutsche Bahn (DB) und Bayerischen Oberlandbahn (BOB) haben am Mittwoch eine erste Bilanz gezogen. Und die fiel ernüchternd aus.

Die Deutsche Bahn hat es auf der Werdenfels-Strecke mit technischen Problemen zu tun. Wie Antonia von Bassewitz von der DB-Regio sagte, handelt es sich wohl um eine Fehlfunktion zwischen der Oberleitung und den Stromabnehmern der Züge. „Wir sind von Störungen überrascht worden, die wir nicht kannten.“ Eine Analyse gibt es frühestens nächste Woche.

Die Folgen waren aber sofort zu spüren: Am Montag konnte ein Triebzug in Mittenwald nicht automatisch hochfahren, zwei weitere ließen sich an den Folgetagen an der Station Tutzing nicht kuppeln. Weil die Strecke auf diesen Abschnitten eingleisig ist, kam es zu Rückstaus von bis zu anderthalb Stunden.

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Am Mittwoch hatten die Fahrgäste gleich doppelten Ärger: Wegen einer Türstörung bei Garmisch musste gegen 5 Uhr ein ganzer Zug ausfallen, der nachfolgende Zug war einer derjenigen, die sich nicht kuppeln ließen. Außerdem beschweren sich Fahrgäste noch immer über fehlende Durchsagen und völlig überfüllte Zugteile. „Dass den Gästen da nichts passiert, ist ein Wunder“, schreibt ein Pendler per Mail. „Wie lange dauert die Eingewöhnungsphase noch?“

Bei der Bahn heißt es, im Verhältnis zu den 200 Zügen, die täglich im Netz unterwegs sind, seien die jetzigen Vorfälle „minimal“. Wegen der Probleme mit den Stromabnehmern habe man dem Zughersteller „Bombardier“ außerdem „die Meinung gesagt“. Nur in Bezug auf die eingleisige Strecke, wo sich S-Bahn und Züge ins Gehege kommen, packt sich die Bahn an die eigene Nase. Es soll Gespräche über eine bessere Abstimmung der Züge geben.

Ebenfalls heikel ist die Lage bei den Meridian-Zügen der Bayerischen Oberlandbahn. Erst acht von 35 sind in Betrieb. Die BOB hält sich mit 20 Ersatzgarnituren anderer Unternehmen über Wasser.

Während sich der Konzern über die so entstehenden Kosten ärgert, sind Fahrgäste weiter von Zugausfällen (fünf seit Sonntag), Verspätungen und stark überfüllten Waggons geplagt. Das Problem ist die Traktion, sagt Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein. Bisher sei nur der Zusammenschluss zweier Züge erlaubt, Ziel sei die Dreifach-Traktion.

Zu allem Überfluss stand am Mittwoch der 9.44 Uhr-Zug nach Salzburg wegen eines Lokschadens eine Stunde in München.  Pendler mussten im Zug warten. Teilweise kam es auch zu Verspätungen von 30 Minuten. Die BOB bittet per Pressemeldung um Verständnis. „Wir bitten unsere Fahrgäste von Herzen, die Startschwierigkeiten zu entschuldigen.“

Erst im April soll der neue Fahrplan wie angekündigt gefahren werden.

mmä

Streit übers Werdenfels-Ticket

Nicht nur das Fahrplan-Chaos sorgt bei Pendlern für Empörung, sondern auch eine Neuerung bei der Gültigkeit von Fahrkarten. So gilt das Werdenfels-Ticket seit Sonntag nicht mehr auf der Linie Schongau-Weilheim-Geltendorf.  Eine Peitingerin, die in der Bahn nachzahlen musste, will nun ihren Bürgermeister und den Landrat einschalten, um die neue Regelung anzufechten. Bahn-Sprecher Franz Lindemair rechtfertigt den Schritt damit, dass nur wenige die Strecke genutzt hätten. Hoffnung auf ein Alternativ-Angebot macht Florian Lehner von der Bayerischen Regio-Bahn (BRB): „Wir werden uns da etwas Interessantes überlegen.“

spe

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