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Bahn gesteht Fehler und verspricht Besserung

Bahn gesteht Fehler und verspricht Besserung

München - Nach einer Serie von Pannen und Verspätungen im bayerischen Regionalverkehr zeigt die Deutsche Bahn Reue. Sofortige Verbesserungen sind dennoch nicht überall in Sicht.

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Das große Bahnchaos

Der DB- Konzernbeauftragte Klaus-Dieter Josel räumte am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss des Landtags Fehler ein und gelobte Besserung. Allerdings sind die Probleme mit defekten Zügen so gravierend, dass auch nach dem Ende des Winters nicht überall sofortige Verbesserungen in Aussicht sind, wie aus Josels Bericht hervorging. Die Landtagsfraktionen machten der Bahn Vorwürfe und verlangten Abhilfe. “Es ist völlig klar, dass es so nicht bleiben kann“, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Erwin Huber (CSU).

Die derzeitigen Probleme bei der Bahn haben mehrere Ursachen, wie Josel eingestand. Neben Schnee und Eis auf Weichen und Schienen sind das vor allem alte und defekte Züge sowie mangelhafte Information der Fahrgäste. Besonders dramatisch war die Situation am 28. Januar, als knapp 40 Prozent aller Züge in Bayern verspätet fuhren. Ursache waren vor allem Schneeverwehungen auf den Weichen - und es waren nicht genug Mitarbeiter da, um die Schienen freizuschaufeln. “Da haben wir Fehler gemacht“, sagte Josel.

Zusätzlich fiel auch noch das Ansagesystem für Zugverspätungen wegen einer Computerpanne aus, so dass die frierenden Fahrgäste auf den Bahnsteigen ratlos waren. “Da sind wir noch nicht gut, da müssen wir besser werden“, sagte Josel zur Fahrgastinformation. Inzwischen gibt es ein Notfallprogramm für Tage mit viel Schnee - im Bahn-Jargon “Schneefallstufe III“ genannt: Die Züge fahren so weit wie möglich immer auf dem selben Gleis, so dass möglichst viele potenziell blockierte Weichen umfahren werden.

Mehrere Zugtypen leiden nach wir vor an “großen Problemen“, wie der Bahn-Manager einräumte: Ein ganzer Jahrgang neuer Fahrzeuge hat bislang vom Eisenbahnbundesamt keine Zulassung erhalten. Deswegen setzt die Bahn derzeit auf manchen Strecken alte Züge ein, so zwischen München und Passau. “Das sind Fahrzeuge, die man eigentlich zum Schrott gegeben hätte“, kritisierte Fritz Czeschka, der Chef der Bayerischen Eisenbahngesellschaft BEG, der ebenfalls im Ausschuss berichtete. Die BEG organisiert im Auftrag des Freistaats den Regionalverkehr und stimmte in die allgemeine Kritik an der Bahn ein: “Es gibt eine solche Fülle von Fahrzeugproblemen, dass man fragen muss, wo diese Sammlung von Schäden herrührt“, sagte Czeschka.

Bei manchen Regionalzügen funktionieren die Kupplungen im Winter schlecht, bei den Neigetechnikzügen VT 612 ist die Neigetechnik nach wie vor defekt. “Wir hoffen auf eine Lösung im Laufe des Jahres“, sagte Josel. Im Fernverkehr wird das Problem mit den mangelhaften ICE-Achsen die Bahn noch länger beschäftigen: Die Industrie wolle neue Achsen - “doch die müssen erst konstruiert werden.“ “Wir hoffen, dass die ab nächstem Jahr geliefert werden können.“ Verspätungen im Fernverkehr schlagen nach Josels Angaben auf den Regionalverkehr in Bayern durch, so bei der Mainfrankenbahn im Raum Würzburg.

BEG-Chef Czeschka betonte, dass die Eisenbahngesellschaft der DB im vergangenen Jahr bereits Strafzahlungen von 5,2 Millionen Euro aufgebrummt hat. Trotz der Probleme kommen nach Czeschkas Angaben über 90 Prozent der Züge in Bayern pünktlich. Auch in diesem Winter sind nicht mehr Züge verspätet als sonst.

Die Landtagsabgeordneten sind unzufrieden. “Es geht nicht um ein Tribunal“, sagte Ausschuss-Chef Huber. Aber Bayern brauche ein gutes und verlässliches Angebot im Regionalverkehr.

dpa

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