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Beate Köck (20, l.) macht eine Ausbildung zur Mechatronikerin. Christina Storch (19, M.) tauschte Uni gegen Ausbildungsplatz. Markus Baumgärtner (18, r.) ist bald gelernter Gleisbauer.

Kampf um Fachkräfte ist hart

Der Bahn-Tochter geht der Nachwuchs aus

München - Noch halten sich die Sorgen in Grenzen, aber der DB Netz AG drohen die Mitarbeiter auszugehen. Bis 2025 muss das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn 12.000 Arbeitsplätze neu besetzen. Doch der Kampf um Fachkräfte ist hart.

Auf dem Dach des Reparaturwagens ist kaum Platz, links und rechts geht es meterweit runter. Für Menschen mit Höhenangst ist das nichts. Selbst ein paar Azubis der Deutschen Bahn schauen skeptisch in die Tiefe. Nur eine ist gelassen: Beate Köck. Die 20-Jährige ist im zweiten Lehrjahr zur Mechatronikerin. Wenn’s an einer Oberleitung hakt, ist das Reparaturfahrzeug ihr Arbeitsplatz.

Köck wusste, dass die Ausbildung bei der DB Netz AG eine Männerdomäne ist, zumindest im Bereich Mechatronik. In ihrem Jahrgang ist sie die einzige Frau. Da musste sie sich erst behaupten. „Mittlerweile kommen die Jungs aber zu mir und fragen, wenn sie etwas nicht wissen“, sagt Köck. Dabei klingt sie zufrieden. Solche Azubis wünscht sich jedes Unternehmen.

Doch ganz so rosig sieht es allerdings nicht aus: Die Belegschaft der Bahn altert, im Durchschnitt sind die Mitarbeiter 46 Jahre alt. Allein die DB Netz AG, die sich um die Infrastruktur der Bahn kümmert, muss in den kommenden zehn Jahren 12 000 Arbeitsplätze neu besetzen. Das entspricht einem Drittel der Belegschaft. Höchste Zeit, die Fühler nach jungen Mitarbeitern auszustrecken.

Dafür hat die Bahn im Jahr 2012 eine eigene Abteilung eingerichtet. Titel: Personalgewinnung. Leiterin ist Kerstin Wagner. Sie weiß, dass der Kampf um neue Mitarbeiter gerade in Süddeutschland besonders hart ist. Viele Schulabsolventen gehen lieber zu anderen großen Unternehmen wie BMW. Da wirkt das Ziel der DB, jährlich 8000 Mitarbeiter neu einzustellen, besonders motiviert.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Um erfolgreich zu sein, setzen die Bahn und ihre Tochter von der Netz AG ganz auf das Internet. Unterdessen gibt es Rekrutierungs-Kampagnen in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter. Unter www.db-unplugged.de bloggen die aktuellen Azubis fleißig über ihren Arbeitsalltag. Wer sich interessiert, kann sich außerdem direkt online bewerben. Dabei setzt die Bahn nicht mehr so sehr auf schulische Leistungen. „Wir schauen nicht mehr nur auf die Noten, sondern machen Eignungs-Tests im Internet“, sagt Ute Plambeck, Personalvorstand der DB Netz AG.

Für potenzielle Auszubildende soll der Weg zur Bahn möglichst leicht sein. Darum arbeitet das Unternehmen auch direkt mit Schulen zusammen: Bewerbertrainings, Informationstage – und Technik-Camps. Dabei können Schüler drei Tage lang am Gleis oder im Bereich Elektronik arbeiten.

Christina Storch ist bei dieser Gelegenheit auf den Geschmack gekommen, eine Mechatroniker-Ausbildung bei der Bahn zu beginnen. „Ich finde es spannend, den Jungs zu zeigen, dass Mädchen sowas auch können“, sagt die 19-Jährige. Ein Semester Lehramts-Studium an der Uni reichte ihr. Im Herbst wird sie ihre Ausbildung beginnen. Dann ist sie eine von 960 Azubis, die 2015 bei der DB Netz AG beginnen. Nur noch zehn Plätze sind frei.

Julia Mähler

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