DGB: Eisenbahn-Qualität durch Billiganbieter in Gefahr

München - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern schlägt Alarm: Die Vergabepraxis im Schienenverkehr gefährde  nicht nur Arbeitsplätze- sondern auch die Sicherheit.

Hintergrund sei, dass Privatanbieter mit niedrigeren Löhnen arbeiteten und ihre Beschäftigten auch nicht optimal ausbildeten. “Wir haben hier eine sehr schlimme Entwicklung zu verzeichnen“, sagte Bayerns DGB- Vizevorsitzende Christiane Berger am Dienstag in München. 

Nach Ansicht des DGB sowie der Einzelgewerkschaften Transnet und Verdi muss die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) bei der Ausschreibung und Vergabe von Strecken künftig auch Tarifverträge und soziale Standards in ihre Bedingungen aufnehmen. Nötig seien Mindeststandards nicht nur bei der Entlohnung, sondern auch bei der Ausbildung, forderte Verdi-Experte Frank Riegler.

Gewerkschaften sammeln Unterschriften

Die Gewerkschaften sammeln derzeit Unterschriften für eine entsprechende Petition an den Landtag. Die Forderungen der Gewerkschaften werden auch vom Verein Mobifair unterstützt, der sich für fairen Wettbewerb und gute Standards im Verkehrssektor einsetzt. Wenn Lokführer und Zugbegleiter nicht gut ausgebildet seien, gehe das auf Kosten der Sicherheit, sagte Helmut Diener von Mobifair. In Krisen- oder Notsituationen bestehe dann die Gefahr, dass das Personal nicht richtig reagiere.

Bayerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) wies die Kritik zurück. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft stelle hohe Anforderungen an Qualifikation und Ausbildung etwa der Zugbegleiter, sagte Zeil laut Mitteilung des Ministeriums. “Damit verhindern wir, dass gering qualifiziertes Personal zu Niedrigstlöhnen beschäftigt werden kann.“ Nach Transnet-Angaben stellt der Bund den Ländern jährlich rund 6,7 Milliarden Euro für Aufträge im Bereich des Schienen- Personennahverkehrs zur Verfügung - davon entfallen mehr als eine Milliarde Euro auf Bayern.

Hauptsache billig

Die BEG - ein bayerisches Staatsunternehmen - schreibt die Bahn-Leistungen nach EU-Kriterien aus und vergibt sie dann. Diener kritisierte, dass dabei nicht der beste, sondern der billigste Anbieter zum Zuge komme.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frühling im November, doch ein Experte rät von Bergtouren ab
Erst Schneeregen und Frost, jetzt Sonnenschein wie im Frühling: In dieser Woche wird es in weiten Teilen Bayerns noch einmal richtig warm. Von Ausflügen in die Berge rät …
Frühling im November, doch ein Experte rät von Bergtouren ab
Polizei legt Coburger Drogenbande das Handwerk
Der Polizei in Coburg ist ein Schlag gegen den Drogenhandel gelungen. Bein einer Übergabe schnappte die Polizei acht Männer und stellt eine Menge Rauschgift sicher.
Polizei legt Coburger Drogenbande das Handwerk
Aufklärung über „defekte“ Brennelemente im Atomkraftwerk Gundremmingen
Nach den Berichten über Probleme mit Brennelementen im Atomkraftwerk Gundremmingen verlangten die Grünen eine Aufklärung über den Fall. Eine Gefährdung wurde …
Aufklärung über „defekte“ Brennelemente im Atomkraftwerk Gundremmingen
Streit vor Disco eskaliert - Mann schwer verletzt
In einer Disco in Nürnberg kam es zunächst zu kleineren Rangeleien zwischen zwei Gruppen. Nachdem die Mitglieder dem dem Lokal verwiesen wurden, endete der Streit in …
Streit vor Disco eskaliert - Mann schwer verletzt

Kommentare