Wieder Probleme bei Stammstrecke Richtung Osten: Züge fallen aus

Wieder Probleme bei Stammstrecke Richtung Osten: Züge fallen aus

140 000 Kinder von Armut betroffen

Diakonie Bayern fordert eigenständige Grundsicherung für Kinder

Nürnberg - Weil Kinder von Wohlhabenden stärker gefördert werden als von Geringverdienern, schlägt die Diakonie in Bayern im Kampf gegen die Kinderarmut einen neuen Ansatz vor.

Im Kampf gegen Kinderarmut fordert die Diakonie in Bayern eine eigenständige Grundsicherung für Kinder. Im Freistaat seien derzeit 140 000 Kinder von Armut betroffen, sagte Diakonie-Chef Michael Bammessel am Montag in Nürnberg. Dabei würden Kinder in einkommensstarken Familien stärker gefördert als Kinder in ärmeren Familien. Zur Abhilfe würde nach dem Vorschlag der Diakonie jedes Kind eine monatliche Grundsicherung erhalten - je nach Höhe des Familieneinkommens.

Bei gut verdienenden Eltern würden Kinder demnach einen Mindestbetrag von etwa 300 Euro erhalten, in Familien ohne oder mit nur geringem Einkommen würden sie die volle Leistung in Höhe von 585 Euro bekommen. Diesem Betrag lägen das bestehende Existenzminimum von 393 Euro und der Kindergeldbetrag von 192 Euro zugrunde.

„Wir meinen: Jedes Kind ist gleich viel wert. Es darf nicht sein, dass Kinder von Wohlhabenden stärker gefördert werden als von Geringverdienern“, sagte Bammessel. Als Ursachen nannte er unter anderem steuerliche Freibeträge, von denen Gutverdiener eher profitierten, sowie Verrechnungen bei Hartz IV und Kindergeld.

Zudem sei die Höhe vieler Unterstützungsleistungen viel zu niedrig. Und viele Angebote würden von den Betroffenen auch gar nicht in Anspruch genommen, weil die Regelungen einfach zu kompliziert seien, sagte Bammessel. 40 Prozent der Berechtigten verzichteten etwa auf das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket, mit dem Kinder einen Zuschuss zum Schulbedarf von 100 Euro bekommen.

Bei der Pflegereform kritisiert der evangelische Sozialdachverband mehrere „Anlaufschwierigkeiten“, welche die Krankenkassen schnellstmöglich beheben müssten. Bei der Umstellung der drei Pflegestufen auf die neuen fünf Pflegegrade zum Jahresanfang wurde etwa den Heimen laut Diakonie zunächst ein höherer Pflegegrad der Bewohner mitgeteilt, als diese dann tatsächlich erhielten.

Die Heime kalkulierten jedoch mit den ursprünglich festgestellten Pflegegraden. Somit gebe es nun - rechnerisch - zu viel Pflegepersonal, das nicht finanziert werden könne.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verhängnisvolle Pannenhilfe: Sex-Täter begrapscht Frau
Ein widerlicher Übergriff hat sich in Niederbayern ereignet. Eine junge Frau wollte einem Mann helfen, der anscheinend eine Panne hatte. Das endete für sie in einem …
Verhängnisvolle Pannenhilfe: Sex-Täter begrapscht Frau
Bakterien bringen Heustöcke zum Gären - Feuer droht
In Kempten kam es am Dienstagnachmittag zu einem Feuerwehreinsatz. Der Grund: Überhitzte Heustöcken drohen, sich zu entzünden. 
Bakterien bringen Heustöcke zum Gären - Feuer droht
Bayern will Unwetter-Opfern die Steuer stunden
Mit steuerlichen Hilfsmaßnahmen soll den Opfern der jüngsten Unwetter aus Bayern geholfen werden. Das ist zumindest der Plan des Finanzministers.
Bayern will Unwetter-Opfern die Steuer stunden
Rennradler verursacht Unfall und lässt Verletzte einfach liegen
Ein unbeteiligter Rennradler mischte sich am Sonntag unter die Teilnehmer eines Triathlons im Allgäu. Dabei verursachte er einen Unfall - und ließ die Verletzten einfach …
Rennradler verursacht Unfall und lässt Verletzte einfach liegen

Kommentare