Gerade für jüngeres Publikum

Dialektpfleger fordern vom BR mehr Sendungen in Mundart

München - Gerade für ein jüngeres Publikum sollte es mehr Beiträge in Mundart im Radio und TV geben, findet der Bund Bairische Sprache. Moderatoren könnten auf Mittelbairisch, Schwäbisch oder Fränkisch durch eine Sendung führen. 

Radio- und Fernsehsendungen im Dialekt speziell für junges Publikum sollten nach Überzeugung des Bundes Bairische Sprache eine Selbstverständlichkeit sein. „Beiträge mit Moderatoren, die neben der Standardsprache auch auf Mittelbairisch, Schwäbisch und Fränkisch durch die Sendung führen, wären aus dem Stand ohne finanziellen Mehraufwand möglich“, sagte Dialektpfleger Sepp Obermeier.

Er appellierte zum Internationalen Tag der Muttersprache an diesem Samstag an den Bayerischen Rundfunk (BR), auch der jungen Generation eine Heimat für deren Dialekte zu geben.

Schon vor Jahren habe die Jugend in den sozialen Netzwerken begonnen, im Dialekt zu kommunizieren, erläuterte der Vereinsvorsitzende. „Sie hat aus der Mundart eine Schreibart gemacht und damit eine kleine sprachkulturelle Revolution auf den Weg gebracht.“ Dieses neue muttersprachliche Selbstbewusstsein finde in den audiovisuellen Medien bisher aber kein Echo, beklagte Obermeier.

Der Begriff Heimat soll von Klischees befreit werden

Daher seine Forderung: „Damit endlich das Eis für einen selbstverständlichen Dialektgebrauch in der Öffentlichkeit gebrochen wird, fordern wir vom Bayerischen Rundfunk, dass er dem sprachlichen Selbstbewusstsein der „Generation Facebook“ die öffentlich-rechtliche Salonfähigkeit zukommen lässt.“

Obermeier lobte, dass es der Politik und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Bayern nach Jahrzehnten endlich gelinge, den Begriff Heimat von tümelnden Klischees zu befreien. „Mit der Schaffung eines Heimatministeriums und der Installation des neuen digitalen Hörfunksenders „BR-Heimat“ sollte man jedoch nicht auf halbem Wege stehenbleiben“, so sein Appell. Denn bis jetzt werde lediglich der mittleren und älteren Generation im BR „ein digitales Rentnerbankerl eingerichtet“.

Obermeier sieht in dem geplanten endgültigen Aus für die Sendungen des österreichischen Fernsehens ORF in Deutschland durch Verschlüsseln im bayerischen Grenzgebiet eine Chance. „Der Verlust von liebgewonnenen identitätsstiftenden Fernsehsendungen unserer bairisch sprechenden Nachbarn wäre mit mehr mundartlichen Anteilen im Bayerischen Rundfunk leicht zu kompensieren.“

Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit. Er wird seit 2000 jährlich am 21. Februar begangen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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