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Inzidenz über 500: Eine Altersgruppe in Bayern treibt die Werte nach oben - dennoch keine Panik

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Von: Dominik Göttler

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Coronavirus - Unterricht an Schulen in Schleswig-Holstein
Kinder und Jugendliche tragen wesentlich zu den hohen Inzidenzwerten in Bayern bei. © Gregor Fischer/dpa/Symbolbild

Eine Auswertung des Robert-Koch-Instituts zeigt: In einigen bayerischen Regionen liegt die Inzidenz bei Jugendlichen über 500. Doch aus den betroffenen Landkreisen heißt es: Kein Grund zur Panik, die Hygienekonzepte funktionieren.

München – Das Berchtesgadener Land* ist wieder da, wo es eigentlich nie wieder sein wollte: an der Spitze der Inzidenz-Statistik des Robert-Koch-Instituts*. Erstmals seit Mai ist die Inzidenz im südöstlichsten Zipfel Deutschlands wieder auf über 300 geklettert. Ein Grund dafür sind die Infektionszahlen bei den Jüngeren. „Mehr als die Hälfte unserer Neuinfektionen verzeichnen wir im Bereich Schulen und Kitas“, sagt Landratsamtssprecherin Alexandra Rothenbuchner.

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Corona in Bayern: Die Inzidenz unter Jugendlichen liegt bei 500

Nach den ersten Wochen im neuen Schuljahr zeigt sich, dass das Virus derzeit besonders bei Kindern und Jugendlichen grassiert. Das Robert-Koch-Institut hat die Sieben-Tage-Inzidenz* unter Zehn- bis 19-Jährigen ausgewertet. Demnach liegt die Inzidenz in acht Landkreisen und einer kreisfreien Stadt bei mehr als 500. Darunter sind auch die bayerischen Kreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Straubing-Bogen und die Stadt Rosenheim.

Markus Gnad ist Schulleiter am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein, also in einer der betroffenen Regionen. Er sagt: „Wir haben zwar immer wieder Fälle an der Schule, aber wenn man von diesen hohen Zahlen hört, dann sind es dafür eigentlich verhältnismäßig wenige.“ Auffällig sei, dass es kaum Ansteckungen in der Schule gegeben habe. „In diesem Schuljahr hatten wir genau eine nachweisliche Ansteckung in der Schule – und die ist bei einer Fahrt zu den Kennenlerntagen passiert“, sagt Gnad. Ansonsten hätten sich die Schüler vor allem in der Familie oder in der Freizeit angesteckt. „Das zeigt: Unsere Hygienekonzepte funktionieren.“ Und obwohl mittlerweile auch die erste Erkältungswelle angerollt sei und zusätzlich das Norovirus grassiere, könne weitgehend geregelter Unterricht stattfinden. Größere Sorgen bei den Eltern hat Gnad nicht vernommen. „Was ich aus dem Elternbeirat höre, sind alle froh, dass die Kinder wieder in die Schule gehen können.“

Gesundheitsamt: Keine Altersklasse wird so intensiv getestet

Wolfgang Krämer, Leiter des Traunsteiner Gesundheitsamts, weist darauf hin, dass es in seinem Landkreis in den vergangenen Wochen keine einzige Hospitalisierung in der Altersgruppe von null bis 19 Jahren gegeben habe. Die hohen Infektionszahlen ergäben sich auch dadurch, dass keine Altersklasse so intensiv getestet werde wie die Schüler. „Auch wenn die Zahlen hoch klingen: Betroffen sind weniger als ein Prozent der Schüler im Landkreis.“

Bayernweit liegt die Quarantänequote der rund 1,6 Millionen Schüler derzeit bei 0,48 Prozent, teilt das Kultusministerium auf Nachfrage mit. Damit ist sie im Vergleich zu Ende September angestiegen (damals 0,31 Prozent). Vor einem Jahr lag sie mit 1,17 Prozent aber noch deutlich höher.

Corona in Bayern: Schulen müssen offen bleiben

Auch Michael Hubmann, Vorstandsmitglied im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Bayern, warnt vor Panik angesichts der Zahlen. „Gerade weil wir sehen, welche Folgen der Lockdown für die Kinder psychisch hatte, halte ich es für wichtig, aus Solidarität mit unseren Kindern die Schulen und Kitas weiter offen zu halten.“ Für Kinder ohne Grunderkrankungen sei die Teilnahme am Präsenzunterricht wichtiger als die Infektionsgefahr.

Einen Appell an die Politik hat Schulleiter Gnad dennoch. „Es wäre sinnvoll, die PCR-Pooltests auf die Jahrgangsstufen fünf bis sieben auszuweiten.“ Die dort aktuell angewendeten Schnelltests filterten zwar immer wieder Infizierte heraus. „Aber mit den PCR-Tests könnten wir noch effektiver sein und die Infektionsketten früher brechen.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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