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Wer wird Bayerns next Bierkönigin? (von links) Clarissa Haller (Aschheim), Veronika Huber (Übersee), Sophie Wurm (Pappenheim), Maria Krieger (Riedenburg), Eva Maria Karl (Nittendorf), Sabrina Lang (Coburg) und Danie la Prestele (Bidingen/Ostallgäu) verwandeln die Maximilianstraße kurzerhand in einen Laufsteg. Im Hintergrund der Landtag.

Wer holt die Krone 2013?

Diese sieben Frauen wollen Bierkönigin werden

München - Sie sind hübsch und wollen die Krone: Sieben junge Frauen kämpfen um den Titel der Bierkönigin. Doch was muss die Hopfen-und-Malz-Majestät eigentlich können – außer trinken?

Clarissa Haller, 25, hat so ein Trumm von einem Talisman dabei, der müsste sie dant (bairisch für „direkt“) auf den Thron katapultieren. „Den hat mein Ur-Ur-Großvater gemacht“, sagt die Blondine im Dirndl – und wuchtet den Holzschlegel auf den Tresen. Mit drei Schlägen zapft die Wirtin daheim in Aschheim (Kreis München) ein Fassl an – jetzt steht sie im eleganten GOP Varieté-Theater an der Maximilianstraße und will nur eins: bayerische Bierkönigin werden. „Das passt zu mir“, sagt Clarissa. Oh ja. Doch das behaupten auch die anderen 25 Prinzessinnen von sich, die heute ins Finale im April kommen wollen.

Sophie Hufnagl zum Beispiel. Die 26-Jährige hat zwei Jahre lang in Pittsburgh, USA, Sportmarketing studiert. In den Ferien flog sie heim, bei der Rückkehr quetschte sie jedes Mal ein Fünf-Liter-Fassl bayerisches Bier in den Koffer und missionierte die Amerikaner in Sachen Trinkkultur – „die mit ihrem Light-Zeug!“, sagt die Vilsbiburgerin im Dialekt. Was für ein Herzerl! Oder Daniela Prestele aus dem Ostallgäu, die am Vorabend zur Vorbereitung auf eine Mass im Hofbräuhaus war. „Da hat’s mir den Knopf vom Dirndl gsprengt“, schwäbelt die 22-Jährige und nimmt einen Schluck von ihrem Weißbier. Was für pfundige Mädels, die hier an diesem sonnigen Nachmittag darum kämpfen, ein Jahr lang unentgeltlich Bayerns prominentesten Export weltweit zu repräsentieren. Das Bier.

Die besten Bier-Weltrekorde

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67 junge Frauen haben ihre Bewerbung an den Bayerischen Brauerbund geschickt – sie alle bestellen beim Ausgehen lieber ein Helles als Prosecco Aperol und ziehen ein solides Weißbier schnöseligem Schampus vor. Manche stammen aus einer Brauerei oder einer Wirtschaft – andere spielen sich mit der Blaskapelle durch die Bierzelte dieser Welt oder stehen einfach auf sanftrauschige Gemütlichkeit. Nach strenger Auswahl sind am Donnerstag noch 26 Thronfolgerinnen übrig. Alle sind im Dirndl zum Halbfinale gekommen, nur eine trägt Jeans und Janker. „Dirndl ist keine Voraussetzung, um ins Finale zu kommen“, sagt Fränkin Sophie Wurm. Stimmt. Aber was denn dann?

Es gibt keine starren Kriterien, die Bayerns Bierkönigin erfüllen muss. Die Mitglieder der Jury fordern vage Dinge wie „authentisch wirken“ oder „gut rüberkommen“. Gutes Aussehen ist freilich wichtig – die Hopfen-und-Malz-Majestät wird für zig Fotos posieren, bei Brauerei-Besuchen, neben Politikern und Promis oder auf Bierzelt-Bänken. Bisserl Fremdsprachen, auch nicht schlecht, es geht ins Ausland. Und die Königin soll natürlich auch nicht grübeln, wenn sie nach dem Unterschied zwischen Doppelbock und Pils gefragt wird. Ihr Bier-Wissen müssen die Kandidatinnen aber erst im Finale am 11. April beweisen – Jury und Publikum fällen dann in der Alten Kongresshalle München ihr Urteil, auch das Ergebnis einer Online-Abstimmung fließt in die Entscheidung mit ein. Heute aber geht es, nun ja, um Optik und Gesamteindruck.

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Fünf Minuten hat jedes Mädel Zeit für die Bewerbungsrede im Scheinwerferlicht. Die Jury – darunter Dirndl-Designerin Lola Paltinger oder BR-Moderatorin Karin Schubert – kritzelt eifrig Notizen in ihre Blöcke. Dann werden die Kandidatinnen raus ans Buffet geschickt. Warten auf die Entscheidung. Manche trinken Bier, andere Kaffee, Apfelsaft – ja hoppala! Ist das denn erlaubt? Das ist doch die wichtigste Frage überhaupt: Wie viel muss so eine Bierkönigin denn trinken? Und ab wie viel Liter ist Schluss? Barbara Hostmann, amtierende Bierkönigin aus Garmisch-Partenkirchen, kennt die Etikette: „Nach einer Halben darfst nicht umfallen“, sagt sie. Aber ein Saurausch inklusive Torkeln und Lallen – geht natürlich auch nicht. Genauso wichtig wie Stehvermögen, den Tipp gibt Barbara ihrer Nachfolgerin, ist viel Zeit: Sie hat hunderte Überstunden und ihren Urlaub geopfert für knapp 100 Termine als Majestät.

Das ist den 26 Mädels auf der Bühne grad wurscht. Die Jury hat sich entschieden, sieben Namen werden vorgelesen. Clarissa, die Wirtin aus Aschheim, ist gleich die erste. Auch die Allgäuerin Daniela und die Fränkin in Jeans rufen sie auf. „Ich freu mich wahnsinnig“ – so was in der Art sagen sie alle.

Für Sophie reicht’s nicht. Ja, gibt die Blondine hinterher zu, das ärgert sie schon. „Da reden ja nicht mal alle Dialekt“, grantelt sie. Aber mei. Aufstehen, Krone richten – weiter geht’s, Prinzessin. Prost.

Von Carina Lechner

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