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„Ein großer Sieg für die Gesundheit“: Die Initiatoren des Volksentscheids freuen sich über das klare Abstimmungsergebnis.

Volksentscheid: „Dieser Sieg ist schöner als Fußball“

München - 62 Prozent! Als das erste Abstimmungsergebnis zum Volksentscheid aus Weiden über die Leinwand flimmert, brandet Jubel auf im Nichtraucherlager.

Ein erster Trend zwar nur, aber der Sieg scheint nahe: „1:0 für uns!“, ruft jemand in den überfüllten Stemmerhof in Sendling. Die weiteren Ergebnisse bestätigen den Trend. Freudig liegen sich die Initiatoren des Volksentscheids in den Armen: „Das ist schöner als Fußball!“

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Das Ergebnis aus Passau drückt den Durchschnitt zeitweilig unter 50 Prozent. Und das ausgerechnet aus der Heimat von Sebastian Frankenberger (28), dem Erfinder und Organisator des baye­rischen Nichtraucher-Volksbegehrens. „Denen bin ich wohl zu lange auf die Nerven gegangen“, sagt er lachend. Dann ruft jemand: „Erlangen 77!“ Frankenberger jubelt mit den anderen: „Franken, Franken!“

„Liebe Staatsregierung, lieber Herr Seehofer, vielleicht sollten Sie öfter das Volk entscheiden lassen!“, ruft Frankenberger. Und was macht er jetzt, wenn er wieder nach Passau kommt? „Ich werde in eine Kneipe gehen, ein Bier bestellen und anstoßen auf das Reinheitgebot der bayerischen Wirtshausluft.“

Mächtig stolz ist Bernhard Suttner, Landesvorsitzender der ÖDP: „Wir sind die einzige Partei, die es geschafft hat, zwei Volksentscheide auf den Weg zu bringen. Und wir haben zwei Mal gewonnen.“ Was Theresa Schopper, Landesvorsitzende der Grünen, neidlos anerkennt. Für sie ist das Ergebnis wichtig: „Ein schöner Tag für den Gesundheitsschutz in Bayern.“ Der Ergebnis sei auch ein Denkzettel für die FDP. Natascha Kohnen, Generalsekretärin der bayerischen SPD: „Der Verlierer des Tages ist die CSU.“ Die Bürger hätten deutlich gemacht, dass sie die Nase voll hätten vom Hin und Her der Staatsregierung. „Bayern geht aus diesem Volksentscheid bundesweit als Pionier beim Nichtraucherschutz hervor.“

„In Bayern sterben pro Jahr 500 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, in Deutschland sind es über 3000“, sagt der Arzt Prof. Dr. Friedrich Wiebel. Deshalb sei es bei der Ärzteschaft und den Gesundheitseinrichtungen kein Problem gewesen, Mitstreiter für das Volksbegehren zu finden. Die Wirtshäuser müssten grundsätzlich rauchfrei werden: „Am stärksten belastet sind die Beschäftigten in der Gastronomie. Sie können aufatmen. Ich hoffe, das Ergebnis ist ein Signal für ganz Deutschland.“

E. Unfried

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