Pfarrkirche St. Johannes in Dingolfing-Landau - Bayern
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Die Pfarrkirche St. Johannes in Dingolfing-Landau

Landkreise im Freistaat Bayern

Dingolfing-Landau

Der Landkreis Dingolfing-Landau liegt nordöstlich von München, die Kreisstadt Dingolfing ist etwa 100 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt. Die Region ist beliebt bei Urlaubern und es sind einige bedeutende Unternehmen dort angesiedelt.

  • Der Landkreis Dingolfing-Landau hat etwa 100.000 Einwohner und gehört zum Regierungsbezirk Niederbayern.
  • Mit malerischen Hügeln und einer Ebene entlang des Laufs der Isar ist der Kreis landschaftlich sehr reizvoll und touristisch interessant.
  • Die Corona-Pandemie setzt der Wirtschaft in Dingolfing-Landau zu, es wurden 18 Prozent weniger Stellen gemeldet und die Arbeitslosigkeit stieg im Januar 2021 auf 4,3 Prozent.

Dingolfing – Die meisten kennen Dingolfing-Landau als Urlaubsparadies. Im Landkreis befinden sich der bayerische Freizeitpark Bayernland und das Caprima-Erlebnisbad, das ein Ambiente wie am Mittelmeer bietet. Unberührte Natur, Sehenswürdigkeiten sowie viele Wander- und Radwege runden das Freizeitangebot ab. Die Lage in der Nähe von München und die gute Verkehrsanbindung machen die Region auch für Tagesausflügler interessant.

Dingolfing-Landau – die Lage

Der Landkreis Dingolfing-Landau befindet sich nordöstlich der Landeshauptstadt München, mit dem Auto oder dem Zug dauert die Fahrt etwas mehr als eine Stunde. Bis nach Passau sind es etwa 80 Kilometer. Der Landkreis gehört zum Regierungsbezirk Niederbayern und liegt in dessen westlichem Zentrum.

Die Isar fließt von Westen nach Osten durch den Landkreis, das BMW Werk in Dingolfing ist direkt am Fluss gelegen. Nördlich der Isar verlaufen die Flüsse Aitrach und Vils durch die nach ihnen benannten Täler. Alle drei sind rechte Nebenflüsse der Donau, die außerhalb des Kreisgebiets in diesen Strom münden.

Entlang der Isar ist die Landschaft in Dingolfing-Landau flach, die anderen Flusstäter und die weiter von der Isar entfernten Regionen fallen teilweise hügelig aus. Höher als bis maximal 500 Meter geht es allerdings nicht hinaus. Der Mittelpunkt des Landkreises wurde zwischen den Gemeinden Bubach und Mamming festgestellt.

Der Landkreis Dingolfing-Landau grenzt an folgende Nachbarkreise:

  • Straubing-Bogen
  • Deggendorf
  • Rottal-Inn
  • Landshut

Dingolfing-Landau – der Landkreis und seine Geschichte

Die Region des heutigen Landkreises Dingolfing-Landau war bereits früh ein Teil Bayerns. Im Jahr 1803 kam es zur Errichtung des Landgerichts Landau an der Isar, das im heutigen Kreisgebiet lag und ab 1808 in den Unterdonaukreis fiel. 1838 entstanden aus Teilen dieses Gebiets die Landgerichte Osterhofen und Dingolfing. Zu dieser Zeit gehörten alle Landgerichte dann zum Kreis Niederbayern.

Ab dem Jahr 1862 wurden Verwaltung und Justiz getrennt, so gründeten sich für die Verwaltung auf unterer Ebene die Bezirksämter Dingolfing und Landau, die neben den gleichnamigen Landgerichten bestanden. Damals entsprach das Bezirksamt dem heutigen Landratsamt, während der Kreis sich in der mittleren Verwaltungsebene ansiedelte und in etwa dem heutigen Regierungsbezirk entspricht.

1939 führten die Nationalsozialisten im gesamten Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis für die Bezirksämter ein. So bildeten sich die Landkreise Dingolfing und Landau an der Isar.

Landkreis Dingolfing-Landau – die Entstehung

Erst durch die bayerische Gebietsreform aus dem Jahre 1972 entstand der moderne Landkreis Dingolfing-Landau. Im Rahmen der Umstrukturierung kam es zu folgenden Neuzuordnungen:

  • Alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Dingolfing gingen an den neuen Kreis.
  • Das gilt auch für den Kreis Landau an der Isar, nur die Gemeinde Lailling wechselte zum Landkreis Deggendorf.
  • Dingolfing-Landau übernahm die Gemeinden Pischelsdorf, Langgraben und Ruhstorf sowie den Markt Simbach vom ehemaligen Kreis Eggenfelden.
  • So erging es auch den Gemeinden Mühlhausen, Martinsbruch und Süßkofen aus dem aufgelösten Landkreis Mallersdorf.
  • Rampoldstetten und Frontenhausen aus dem Altlandkreis Vilsbiburg wurden ebenfalls dem neuen Landkreis Dingolfing-Landau zugeordnet.

Bei seiner Gründung hieß der neue Landkreis noch Untere Isar. Erst im Mai 1973 erhielt er seinen jetzigen Namen.

Im Jahr 1978 gab es eine Veränderung im Kreisgebiet. Damals verlor der Landkreis die Gemeinde Großenpinning an den Landkreis Straubing-Bogen.

Dingolfing-Landau – Sehenswürdigkeiten
Der Landkreis Dingolfing-Landau ist zwar noch jung, aber die zugehörigen Städte und Gemeinden blicken auf eine lange Geschichte zurück. So war das Gebiet der Stadt Dingolfing bereits in der Steinzeit besiedelt und schon im 8. Jahrhundert wurden dort Kirchsynoden abgehalten. Die Stadtrechte besitzt Dingolfing seit 770 Jahren. Daher gibt es viele historische Sehenswürdigkeiten:

  • Wahrzeichen der Stadt ist die spätgotische Hallenkirche St. Johannes, in der ein Kruzifix, ein Glasgemälde und zahlreiche Plastiken aus dem Spätmittelalter erhalten sind.
  • Die Herzogburg war ein herzoglich-bayerisches Verwaltungsgebäude mit Getreidekasten, in dem Besucher heute ein Museum finden.
  • Dingolfing bietet viele Kirchen, die Baudenkmäler vom Mittelalter bis in die 1950er-Jahre repräsentieren.

Auch weitere Gemeinden im Landkreis sind einen Besuch wert. Sie bieten unter anderem:

  • In Landau an der Isar stehen die Wachsenden Felsen von Usterling (Johannisfelsen), die ein kalkhaltiger Bach zu einem bis fünf Meter hohen und 20 Meter langen Felsen geformt hat.
  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pilsting stammt aus dem 15. Jahrhundert, nach der Fertigstellung im Jahr 1491 wurde sie mehrfach umgestaltet.
  • In Niederviehbach stehen eine alte Klosterkirche und historisch interessante Nebengebäude.

Dingolfing-Landau – die Politik im Landkreis

Die letzten Kommunalwahlen im Landkreis Dingolfing-Landau fanden am 15. März 2020 statt. Die Wähler stimmten wie folgt ab:

  • CSU: 31 % und 19 Sitze
  • Freie Wähler: 16,7 % und 11 Sitze
  • SPD: 11,4 % und 9 Sitze
  • AfD: 7,1 % und 4 Sitze
  • Liste Junge Bürger: 7 % und 4 Sitze
  • ÖDP/Aktive Bürger: 7 % und 4 Sitze
  • Grüne: 6,5 % und 4 Sitze
  • Pro Dingolfing Landau: 5,6 % und 3 Sitze
  • Freie Junge Wähler: 4,9 % und 3 Sitze
  • FDP: 2,8 % und 2 Sitze

Seit dem 1. Mai 2020 ist Werner Bumeder von der CSU Landrat im Landkreis Dingolfing-Landau. Er wurde mit 61,9 Prozent der Stimmen als Nachfolger von Heinrich Trapp, der Mitglied der SPD ist, gewählt. Trapp durfte bei den Wahlen am 15. März 2020 nicht nochmals antreten, da das bayerische Wahlrecht eine Altersgrenze vorsieht. Er bestimmte von 1991 bis 2020 die Politik im Kreis.

Neben Bumeder wurden Dr. Franz Gassner von der CSU und Manuela Wälischmiller von den Freien Wählern als stellvertretende Landräte gewählt. Dr. Gassner ist außerdem Bürgermeister des Marktes Frontenhausen.

Dingolfing-Landau – die Wirtschaft

In Dingolfing-Landau haben viele Handwerksbetriebe sowie kleine und mittlere Unternehmen ihren Sitz. Doch auch Industrie ist im Landkreis ansässig. Zu den größten Arbeitgebern gehören unter anderem:

  • BMW Werk Dingolfing mit etwa 18.000 Mitarbeitern
  • Einhell AG, Werkzeughersteller aus Landau, allein ca. 140 Mitarbeiter in der Tochtergesellschaft iSC GmbH
  • Dräxlmaier, Automobilzulieferer im Luxussegment aus der Gemeinde Vilsbiburg
  • Mann & Hummel, Filterproduzent aus Marklkofen

Die Stärke der Wirtschaft im Landkreis hat in den letzten Jahren nachgelassen. Während Dingolfing-Landau im Zukunftsatlas 2016 noch Platz 42 belegte, rutschte der Kreis drei Jahre später auf Platz 95 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten ab. Wohlstand, Stärke und Innovation werden von den Experten sehr positiv bewertet, doch sie sehen Schwächen in folgenden Bereichen:

  • Arbeitsmarkt: In Dingolfing-Landau herrscht nahezu Vollbeschäftigung, es ist kaum möglich, Arbeitskräfte zu gewinnen.
  • Demografie: Die Bevölkerung wächst langsamer als in anderen Landkreisen im Freistaat. Durch den Renteneintritt der Babyboomer wird ein Fachkräftemangel entstehen, der ohne neue Einwohner nicht beseitigt werden kann.
  • Dynamik: In Dingolfing-Landau bewegt sich wenig, es gibt Industrie und Mittelständler, aber neue innovative Unternehmen und Zukunftstechnologien fehlen.

Dingolfing-Landau – BMW ist prägend für den Landkreis

Die Bayerischen Motorenwerke (BMW) unterhalten in der Kreisstadt Dingolfing das größte Werk in Europa. Hier arbeiten rund 18.000 Menschen und 800 Auszubildende. Im Jahr 2019 liefen rund 285.000 Fahrzeuge vom Band. Gefertigt werden im Werk allein acht Modelle vom klassischen 3er bis zum luxuriösen 8er BMW. Zusätzlich fertigt das Werk Komponenten für BMW Elektrofahrzeuge und die Karosserien für Rolls-Royce. In Dingolfing schlägt dazu das Herz der weltweiten Logistik von Ersatzteilen der renommierten Automarke.

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