Dönerbuden-Besitzer ersticht Tochter - Prozess

Schweinfurt - Eine grausame Tat erschütterte im vergangenen Sommer ganz Schweinfurt: Dönerbuden-Besitzer Mehmet Ö. stach seine Tochter ab.

Büsra hatte einen Freund, surfte im Internet und kleidete sich wie eine deutsche Jugendliche - ihrem Vater gefiel das nicht: Mit 68 Messerstichen hat der Dönerbuden-Besitzer Mehmet Ö. im vergangenen Sommer nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seine 15-jährige Tochter in Schweinfurt getötet. Von diesem Mittwoch an muss sich der 46-jährige Türke deshalb wegen Mordes vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. “Der Angeklagte war mit dem modernen Lebensstil seiner Tochter nicht einverstanden“, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Gündert am Dienstag. Nach Günderts Worten hat Mehmet Ö. im Namen der “Familienehre“ gehandelt, aus Wut über die die Einstellung der 15-Jährigen.

“Ehrlosen“ werden oft von Verwandten getötet

In Deutschland werden immer wieder vor allem muslimische Frauen wegen ihres Lebenswandels getötet - vielfach wird von sogenannten Ehrenmorden gesprochen. Die “Ehrlosen“ werden häufig von Verwandten umgebracht, die sich zu Wächtern der Sittlichkeit berufen fühlen. Auch der dreifache Vater Mehmet Ö. war Gündert zufolge nicht mit der Lebensweise seiner ältesten Tochter einverstanden.

Die Anklage geht davon aus, dass der Feinkosthändler Ende Juni 2009 mit einem Fleischermesser die schlafende Jugendliche angegriffen und getötet hat. Die Staatsanwaltschaft wirft dem seit 1991 in Deutschland lebenden Kaufmann vor, seine Tochter heimtückisch ermordet zu haben. Der Mann konnte kurz nach der Tat festgenommen werden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er hat das Verbrechen gestanden. Für den Prozess sind bis zum 10. März bisher 6 Verhandlungstage festgesetzt worden.

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