Rathaus in Donauwörth
+
Das Rathaus in Donauwörth

Landkreise im Freistaat Bayern

Donau-Ries

Der Landkreis Donau-Ries ist am westlichen Rand auf der Grenze zwischen dem Norden und dem Süden Bayerns gelegen. Die Große Kreisstadt Donauwörth ist Sitz des Landratsamtes, außerdem kommen die berühmten Käthe Kruse-Puppen aus der Gemeinde.

  • Donau-Ries ist der nördlichste Landkreis des Regierungsbezirks Schwaben und liegt direkt an der Grenze zu Baden-Württemberg.
  • Der Landkreis hat rund 130.000 Einwohner, vor der Corona-Pandemie gab es hier mit Werten von rund 1,5 Prozent die drittniedrigste Arbeitslosenquote in Bayern.
  • Als Ferienland Donau-Ries wird die Region touristisch vermarktet, der Kreis ist sowohl bei Städtereisenden als auch bei Aktivurlaubern beliebt.

Donauwörth – 44 Gemeinden bilden den Landkreis Donau-Ries, der im Süden von West nach Ost von der Donau durchflossen wird. Die ländlich geprägte Region ist Sitz vieler Handwerksbetriebe sowie kleiner und mittelständischer Unternehmen. Industrie ist hier kaum vorhanden. Zu den größten Anlagen zählt das Werk von Airbus Helicopters, dem führenden Anbieter für zivile und halbstaatliche Hubschrauber weltweit.

Die pittoresken Gemeinden und die vielen Naturlandschaften machen Donau-Ries zu einem beliebten Urlaubsziel. Ob Wandern, Radfahren, Angeln, Reiten, Bootfahren, Golfen oder Städtetour und Gastronomieerlebnis – das Ferienland Donau-Ries hat für jeden das passende Angebot und Unterkünfte, die keine Wünsche offenlassen.

Donau-Ries – die Lage

Der Landkreis Donau-Ries befindet sich im Nordwesten des Regierungsbezirks Schwaben. Die Lage führt dazu, dass ein großer Teil der westlichen Gemeinden des Kreises an das Nachbarbundesland-Baden-Württemberg grenzt.

Im Norden des Landkreises Donau-Ries liegt das Nördlinger Ries. Dabei handelt es sich um eine nahezu kreisrunde Beckenlandschaft, die in den Mittelgebirgszug des Schwäbisch-Fränkischen Jura eingesunken ist. Der Durchmesser des Nördlinger Ries beträgt circa 24 Kilometer, die Senke ist auf einen Meteoriteneinschlag zurückzuführen. Das sogenannte Ries-Ereignis fand vor etwa 15 Millionen Jahren statt. Im Osten geht das Ries in die Fränkische Alb über, welche im Süden zur Riesalb abfällt, die das Donau-Lech-Gebiet bildet.

Die Donau durchfließt den Landkreis im Süden von West nach Ost, dort liegt auch die Große Kreisstadt Donauwörth. In Donauwörth treffen mehrere Flüsse aufeinander. So münden die aus dem Süden kommenden Schmutter und Zusam in die von Norden kommende Wörnitz.

Der Landkreis Donau-Ries grenzt an folgende andere Kreise:

  • Ansbach (Bayern)
  • Weißenburg-Gunzhausen (Bayern)
  • Eichstätt (Bayern)
  • Neuburg-Schrobenhausen (Bayern)
  • Aichach-Friedberg (Bayern)
  • Augsburg (Bayern)
  • Dillingen an der Donau (Bayern)
  • Heidenheim (Baden-Württemberg)
  • Ostalbkreis (Baden-Württemberg)

Donau-Ries – der Landkreis und seine Geschichte

Der Landkreis Donau-Ries ist in seiner aktuellen Form erst durch die Gebietsreform von 1972 in Bayern entstanden. Vorher gab es die Landkreise Donauwörth und Nördlingen, die durch die Gründung der Landkreise 1939 aus den bereits bestehenden Bezirksämtern hervorgingen. Nach der Gebietsreform erhielt der neue Kreis zuerst den Namen Nördlingen-Donauwörth. Damals gab es folgende Veränderungen:

  • Die vormals kreisfreie Stadt Nördlingen wurde als Große Kreisstadt eingemeindet.
  • Alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Nördlingen fielen an den neuen Kreis.
  • Die meisten Gemeinden des Altkreises Donauwörth blieben im Kreisgebiet, nur Nordenburg und Ellgau fielen an Augsburg sowie Möhren und Gundelsheim an Weißenburg-Gunzenhausen.
  • Aus dem Landkreis Neuburg an der Donau kamen die Stadt Rain sowie die Gemeinden Bergendorf, Bayerdilling, Feldheim, Etting, Holzheim, Gempfing, Münster, Mittelstetten, Oberpeiching, Niederschönenfeld, Riedheim, Pessenburgheim, Stadel, Sallach, Unterpeiching, Staudheim, Wallerdorf und Wächtering dazu.
  • Der Landkreis Dillingen an der Donau gab Tapfheim an den neuen Kreis ab.
  • Aus dem Landkreis Gunzenhausen stieß Steinhart zum neuen Kreisgebiet.

Am 1. Mai des Jahres 1973 erhielt der Landkreis seinen aktuellen Namen und wurde in Donau-Ries umgetauft.

Donau-Ries – die Wirtschaft

Obwohl in Donau-Ries viele kleine und mittelständische Unternehmen ansässig sind und die Arbeitslosenzahlen trotz der Corona-Pandemie auf Vollbeschäftigung stehen (Arbeitslosenquote 2,2 Prozent im Januar 2021), kämpft der Landkreis mit Schwierigkeiten. Im Zuge der Bundeswehrreform aus dem Jahr 2011 wurde beschlossen, die 1958 eröffnete Alfred-Delp-Kaserne der Bundeswehr in Donauwörth zum Ende des Jahres 2013 aufzugeben. Damit entfielen folgende Einrichtungen und viele Arbeitsplätze:

  • Familienbetreuungszentrum (FBZ) Donauwörth des Landeskommandos Bayern
  • Bataillon Elektronische Kampfführung 922
  • Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Ellwangen, Standortservice (StoS) Donauwörth
  • Sanitätsstaffel (SanStff) Donauwörth

Geblieben ist lediglich das Systemzentrum 22 der Luftwaffe. Bei dem Helikopterhersteller Airbus Helicopters sind die verbliebenen rund 130 Soldaten untergebracht. Große Teile der Kasernengebäude wurden abgerissen, um Bauland zu schaffen. Ein Teil dient als Flüchtlingsunterkunft.

Um die Folgen des Bundeswehrabzugs zu mildern, wurde ein vom Freistaat gefördertes Konversionsmanagement eingerichtet. Ziel ist es, die Lebensqualität und die Möglichkeiten zum Wohnen und Arbeiten auf dem Land zu verbessern und den Auswirkungen des demografischen Wandels vorzubeugen. Zu den aktuellen Projekten gehören die Gründung von Dorfläden und die Unterstützung regionaler Produkte, um die gesamte Wertschöpfungskette im Landkreis zu halten.

Donau-Ries – der Tourismus als Wirtschaftsfaktor

Im Ferienland Donau-Ries ist der Tourismus ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft. Denn der Landkreis wird bei Urlaubern immer beliebter. Im Jahr 2019 konnten die Beherbergungsbetriebe in der Region erstmals mehr als 400.000 Übernachtungen verzeichnen. Die Gäste blieben im Schnitt 2,1 Tage. Erfreulich ist auch der Anstieg der ausländischen Besucher. Jeder Fünfte reist aus anderen Ländern zur Erholung in Donau-Ries an. Das Urlaubs- und Ausflugsgeschäft trägt maßgeblich zur Wertschöpfung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei.

Denn Arbeitsplätze sind im Landkreis trotz der niedrigen Arbeitslosenquote ein Problem. In Donau-Ries leben knapp 135.000 Menschen. Von den Einwohnern sind rund 63.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Hauptarbeitgeber der Region sind die etwa 11.000 Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer sowie die 2.200 Handwerksbetriebe. Trotzdem pendeln annähernd 15.000 Arbeitnehmer jeden Tag über das Kreisgebiet hinaus in die Umgebung, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Die meisten fahren nur in die Nachbarkreise, aber fast 1.000 zieht es sogar bis in die Landeshauptstadt München. Aus den Nachbarkreisen kommen dagegen nur etwa 3.350 Menschen zum Arbeiten nach Donau-Ries. (Stand der Daten: Juni 2019)

Donau-Ries – Sehenswürdigkeiten im Landkreis

Die größte Sehenswürdigkeit in Donau-Ries liegt in der Natur. Der heute noch sichtbare Krater des Meteoriteneinschlags, das Nördlinger Ries, fasziniert Besucher jeden Alters. Wo sonst sieht man die Geschichte von vor 15 Millionen Jahren?

Auch wenn der Landkreis selbst noch jung ist, haben die zugehörigen Gemeinden eine lange Geschichte. Daher gibt es viele imposante Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Besonders bekannt sind die Folgenden:

  • In Donauwörth ist mit dem Liebfrauenmünster eine gotische dreischiffige Backsteinkirche zu besichtigen, die ab 1444 in nur 23 Jahren erbaut wurde, im Glockenturm befindet sich die größte Glocke in Schwaben und es sind viele bemerkenswerte Kunstobjekte aus dem Mittelalter vorhanden.
  • In Nördlingen ist die gesamte Stadtmauer aus dem Jahr 1327 erhalten, die fünf Tore, zwei Bastionen und elf Türme hat.
  • Über der Stadt Harburg thront die gleichnamige Burg, die im 11. Und 12. Jahrhundert entstanden und weitgehend unversehrt ist.
  • Wallerstein begeistert mit dem gleichnamigen Schloss und dem Wahrzeichen der Stadt – einer fein ausgearbeiteten Pestsäule.

In vielen Gemeinden des Landkreises sind typische Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.

Donau-Ries – Politik im Landkreis

Seit dem 1. Mai 2002 ist Stefan Rößle von der CSU der Landrat von Donau-Ries. Er wurde bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 zum dritten Mal im Amt bestätigt. Der katholische Politiker ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. Er machte nach seinem Amtsantritt Schlagzeilen, da er als erster Landrat in Deutschland für zwei Monate in Elternzeit ging.

Die Politik in Donau-Ries ist offensichtlich auf einem sehr guten Weg, denn seit Oktober 2017 ist der Landkreis komplett schuldenfrei, es laufen weder Kredite, noch bestehen Wertpapierschulden oder Verpflichtungen aus kreditähnlichen Verträgen. Das ist bayernweit einmalig. Die Gemeinden profitieren von der Situation, da die Kreisumlage schrittweise abgesenkt wird.

Kommentare