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Donum Vitae in Bayern hat eine Schließung der Babyklappen gefordert.

Donum Vitae für Schließung der Babyklappen

Regensburg - In der Diskussion um die Zukunft der Babyklappen hat auch die Schwangeren-Beratungsorganisation Donum Vitae in Bayern eine Schließung der Klappen gefordert.

Dafür solle für die Frauen, die anonym ein Kind zur Welt bringen wollen, Rechtssicherheit geschaffen werden, sagte die Donum-Vitae- Landesvorsitzende Maria Eichhorn am Montag in Regensburg. Eichhorn verwies auf das Projekt Moses, das seit 1999 Frauen die Möglichkeit bietet, Babys ohne Angabe zur eigenen Identität in einer Klinik zu bekommen.

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Der Streit um Babyklappen

Solch ein Angebot sei den Klappen vorzuziehen, weil die Mütter nicht alleingelassen würden, sagte Moses-Gründerin Maria Geiss-Wittmann. “Die Babyklappe sendet das Signal aus: Bleib allein, gebär allein und leg dein Kind ab“, meinte Geiss-Wittmann. Im Rahmen des Moses-Projekts sind bis 2006 genau 30 Kinder zur Welt gekommen, neuere Zahlen gibt es noch nicht. Ein Drittel der Frauen haben später ihre Anonymität aufgegeben und sich zu dem Kind bekannt, teilweise ziehen diese Mütter nun auch selbst das Kind groß.

Geiss-Wittmann, die frühere Donum-Vitae-Landeschefin, hatte das Projekt Moses zunächst in Amberg gestartet, später wurde es auf ganz Bayern ausgeweitet. Schwangere können sich über eine kostenfreie Telefonnummer (0800/0066737) rund um die Uhr an die Beratungsstellen der katholischen Laienorganisation wenden.

Ende November hatte der Deutsche Ethikrat die Abschaffung der Babyklappen verlangt und damit eine neue Diskussion angestoßen. Frauen, die ihr Neugeborenes töten oder aussetzen, würden von dem Angebot nicht erreicht, meint der Ethikrat. Donum Vitae sieht die Argumente des Ethikrates kritisch, unterstützt aber die Forderung nach der Abschaffung der Klappen.

Donum-Vitae-Chefin Eichhorn forderte die Bundesregierung auf, möglichst bald ein Gesetz für sogenannte vertrauliche Geburten zu schaffen. Dabei werden im Unterschied zur anonymen Geburt die Daten der Mutter erfasst, das Kind bekommt diese Daten aber erst später mitgeteilt. Hintergrund ist, dass die anonyme Geburt mit dem Recht des Kindes, seine Abstammung zu erfahren, kollidiert. “Das Lebensrecht muss vor dem Abstammungsrecht kommen“, betonte Eichhorn.

Mehr Infos gibt es hier: www.moses-projekt.de

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