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Eine Szene aus dem ersten Kurzfilm der Image-Kampagne.

Ungewollte Schwangerschaft oder Fehlgeburt

Donum Vitae startet neue Image-Kampagne

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München - Seit 15 Jahren berät der Hilfsverein Donum Vitae Menschen in schwierigen Lebenslagen. Mit einer Image-Kampagne sollen jetzt vermehrt junge Leute sensibilisiert werden.

Laura (17) sitzt auf dem Badewannenrand, Tränen laufen ihr über die Wangen. Fassungslos schaut sie auf das elektronische Testgerät in ihren zitternden Händen. Immer wieder. „Schwanger“, zeigt das kleine Display an. Laura seufzt, sinkt zu Boden. Sie ist verzweifelt, hat Angst. Sie ist doch erst 17. „Ein Kind in dem Alter, das darf doch nicht sein“, sagt sie zu sich. Wie werden da ihre Eltern reagieren?

Es ist die erste Szene eines Kurzfilms. Er gehört zur Image-Kampagne „Du bist ein Geschenk“, die der Hilfsverein Donum Vitae gestern in der Landtagsgaststätte im Maximilianeum in München vorgestellt hat. Die Bilder wirken dramatisch, aber nicht übertrieben. Einfach mitten aus dem Leben.

Und mitten aus dem Alltag von Donum Vitae („Geschenk des Lebens“). Seit 15 Jahren beraten mittlerweile 152 Mitarbeiter an 62 Orten in Bayern Menschen in schwierigen Lebenslagen. Mehr als 18.500 waren es 2013. Junge Frauen wie Laura, die ungewollt schwanger geworden sind, Paare, die von einer Tot- oder Fehlgeburt getroffen wurden, alleinerziehende Väter, die mit Job und Kind überfordert sind.

Leben schützen auf Basis des christlichen Menschenbilds, das ist der Auftrag von Donum Vitae. „Doch vor 15 Jahren hätte keiner zu träumen gewagt, dass das so eine Erfolgsgeschichte wird“, sagt Landesvorsitzende Maria Eichhorn.

Denn der Start des Hilfsvereins ging auf eine umstrittene Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz zurück: Sie beugte sich 1999 dem Willen von Johannes Paul II., dass sich Caritas und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) aus dem staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung zurückziehen sollen. Eine Gruppe engagierter Katholiken gründete Donum Vitae und übernahm die Aufgabe.

Junge Leute für Angebot sensibilisieren

„Gott sei Dank sind fast alle Berater zu uns gekommen“, sagt Eichhorn. Dass sie gebraucht werden, daran hat auch die Vorsitzende des Fördervereins, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, keinen Zweifel: „Die Filme zeigen, dass es uns gibt – unsere Fälle zeigen, dass es uns auch weiterhin geben muss.“

Und das will Donum Vitae jetzt vermehrt jungen Leuten nahebringen. „Nicht aus Werbezwecken, sondern um sie für unser Angebot zu sensibilisieren“, sagt Vorstandsmitglied Hanspeter Heinz, der die Image-Kampagne mit seinem Arbeitskreis Marketing entwickelt hat. Im Mittelpunkt stehen die beiden fünfminütigen Filme, die im Internet abrufbar sind. Eine Vorschau soll – unter anderem im Kino – das Interesse junger Menschen wecken. „Diese wichtige Zielgruppe erreichen wir heute eben nicht mehr mit Haus- oder Straßensammlungen“, betont Heinz.

Deshalb sind die Videos wie Spielfilme konzipiert, erklärt Marco Härtl, Geschäftsführer der Weidener Produktionsfirma Bewegter Blick. „Sie sind emotional und lebensbejahend, nicht oberlehrerhaft mit erhobenem Zeigefinger.“ Und sie zeigen jungen Menschen, dass sie mit ihren Nöten nicht alleine sind.

So traut sich Laura nach einer anonymen Beratung doch, ihren Eltern von ihrer Schwangerschaft zu erzählen, ein überlasteter alleinerziehender Vater findet einen Betreuungsplatz für seine kleine Tochter. Es sind Geschichten, die Mut machen, das Leben wieder als Geschenk zu empfinden. Ganz im Sinne von Donum Vitae.

Sebastian Grauvogl

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