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Mit diesem Bild aus einer Überwachungskamera fahndete die Polizei im Dezember nach dem Mann, der damals in Brannenburg zwei Frauen in ihrer Wohnung überfallen hat. Er ist auch der Doppelmörder vom Chiemgau.

58-Jähriger gesteht weiteres Verbrechen

Doppelmord im Chiemgau aufgeklärt

Rosenheim - Der Doppelmord im Chiemgau ist aufgeklärt: Ein 58-jähriger Mann hat gestanden, das Rosenheimer Ehepaar umgebracht zu haben. Die Polizei konnte ihm sogar noch ein zweites Verbrechen nachweisen.

Am 13. Juni waren in einem Waldstück am Samerberg die Leichen eines 90-jährigen Rosenheimers und seiner 65-jährigen Ehefrau gefunden worden. Ein tags zuvor festgenommener 58 Jahre alter Mann hatte der Polizei den Fundort genannt und die Tötung der Eheleute eingeräumt, darüber hinaus aber lange geschwiegen.

Die Ermittlungsergebnisse der Mordermittler der Kripo Rosenheim und ein zwischenzeitlich abgelegtes Geständnis des 58-Jährigen ergeben nun ein vollständiges Bild der Ereignisse. Zudem konnte dem Mann inzwischen auch ein Überfall auf zwei Frauen in Brannenburg im November 2013 nachgewiesen werden.

Nach den bisherigen Ergebnissen der Ermittlungen ging der Beschuldigte davon aus, dass der 90-jährige Arzt vermögend war. Am Pfingstmontag, 9. Juni, brach er in das Ferienhaus des Ehepaares in Aschau ein und wurde dabei von dem Ehepaar überrascht. Es kam zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf er die beiden Eheleute tötete. Zu Details der Tat hat sich der 58-Jährige nicht geäußert.

Fotos vom Tatort

Ehepaar in Rosenheim umgebracht 

Nachdem das Ehepaar am Dienstag, 10. Juni, nicht zu einem vereinbarten Treffen mit Angehörigen erschienen war und auch nicht mehr erreicht werden konnte, erstatteten die Angehörigen Vermisstenanzeige. Die Polizei fand dann bei den durch die Anzeige ausgelösten Ermittlungen im Haus in Aschau auch ein Schriftstück, das auf eine mögliche Entführung des 90-Jährigen und seiner 65-jährigen Ehefrau hindeutete. Groß angelegte Fahndungs- und Ermittlungsaktionen waren die Folge. Zu diesem Zeitpunkt wussten Staatsanwaltschaft und Polizei nicht, ob die Vermissten noch am Leben sind und möglicherweise gefangen gehalten werden.

Die Polizei hat die Bilder ungepixelt herausgegeben - das sollte zu Hinweisen und dazu führen, warum das Ehepaar getötet worden ist.

Der 58-Jährige hatte sich eine EC-Karte der Opfer mit zugehöriger PIN angeeignet und in Rosenheim einen fremden 37-jährigen Mann angesprochen, der für ein geringes Entgelt Bargeld mit dieser Karte abhob. Dieser 37-Jährige wusste jedoch nichts über die Herkunft der EC-Karte und die zugrundeliegende Tat. Er war bereits am Mittwoch, 11. Juni, festgenommen worden. Zwar konnte er bei seiner Vernehmung keine Angaben zur Person des Mannes machen, der ihm die Karte übergeben hatte, es war aber von den Männern ein weiteres Treffen vereinbart worden.

Tags darauf wurde der 58-Jährige in der Rosenheimer Innenstadt von Spezialeinsatzkräften festgenommen. Nach langen und intensiven Vernehmungen - während immer noch unklar war, ob die Eheleute noch am Leben waren - gestand er am Nachmittag des 13. Juni, beide getötet zu haben und führte die Beamten zum Versteck der Leichen am Samerberg.

Mit diesen Bildern fahndete die Polizei

Ermordetes Ehepaar: Fahndungsfotos der Polizei

Der Ermittlungsrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein gegen beide Männer Haftbefehle. Der 37-Jährige wurde zwischenzeitlich wieder aus der Haft entlassen. Die Ermittlungen bestätigten, dass er an der Ursprungstat weder beteiligt war, noch davon wusste. Der 58 Jahre alte Tatverdächtige befindet sich derzeit in der psychiatrischen Abteilung einer bayerischen Justizvollzugsanstalt, damit ein Gutachten zu seiner Schuldfähigkeit erstellt werden kann.

Den Ermittlern der Kripo Rosenheim gelang es, dem 58-Jährigen auch noch die Täterschaft für einen Überfall auf zwei Frauen im vergangenen Jahr nachzuweisen. Am 24. November war ein Unbekannter am frühen Abend in das Einfamilienhaus einer 56-Jährigen und ihrer 87-jährigen Mutter eingedrungen und hatte die Ältere der beiden mit einem Messer bedroht. Der Täter forderte Geld und die EC-Karte der Geschädigten und presste auch die PIN dieser Karte heraus, ehe er geflüchtet war. Mit der geraubten EC-Karte gelang es dem Täter an einem Geldautomaten in Rosenheim 1.000 Euro abzuheben, bei einem weiteren Abhebeversuch in Bad Aibling wurde die Karte eingezogen.

Die umfangreiche und genaue Spurensicherung der Kripo Rosenheim zahlte sich in diesem Fall nun aus. Als das DNA-Muster des bislang polizeilich völlig unbekannten 58-Jährigen in die Datenbank eingegeben wurde, konnten eindeutige Übereinstimmungen mit den Spuren in dem Brannenburger Fall festgestellt werden. Damit konfrontiert, gab der Mann auch diesen Überfall zu.

mm

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