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"Ihr Herz gehörte den Pferden" erinnerte Kaplan Steinberger an die verstorbene Meli.

Nach tragischem Unfall

Ein Dorf verabschiedet sich von Meli (†18)

Hauzenberg - Der Schock sitzt tief. Hunderte nahmen am Freitag von Meli Abschied. Pfarrer Thomas Steinberger fordert ein Ende der Spekulationen und erinnerte an die lebensfrohe 18-Jährige.

Die kleine Pfarrkirche von Büchlberg konnte die Menschen nicht fassen, die zur Beerdigung von Meli (18) gekommen waren. Bis auf die Straße standen die Trauernden, anderthalb Stunden dauerte es, bis alle an ihrem Grab Abschied genommen hatten.

Am Sonntag war Melanie R. von einer Staatsstraße nahe Hauzenberg abgekommen und beim Aufprall auf einen Baum getötet worden (tz berichtete). Erst 17 Stunden später entdeckte ein Busfahrer das Autowrack. Auf der Trauerfeier bat Kaplan Thomas Steinberger um ein Ende der Spekulationen über die Unfallursache: „Alle Anklagen oder Kritik, wie sie in den Zeitungen zu lesen ist, hilft uns nicht weiter. Und es ist auch nicht im Sinne der Eltern.“

Stattdessen erinnerte der Pfarrer vor mehr als 400 Trauergästen an die lebensfrohe Meli, die alles mit Leichtigkeit zu meistern schien, andere mit ihrer Fröhlichkeit ansteckte und mitzog: „Sie hat Leben reingebracht!“ Das galt in der Hutthurmer Mittelschule, die sie vergangenes Jahr als eine der drei Besten verließ. Und das galt für ihre Ausbildung zur Zerspannungs­mechani­ke­rin bei der ZF Passau: „Alle beschrieben sie als Sonnenschein.“

Die Zahnradfabrik hatte zu Melanies Beerdigung den 200 Lehrlingen freigegeben. Sie brachten ein selbstgefrästes Herz aus Metall mit, das sie an ihrem Grab aufstellten.

„Ihr Herz gehörte den Pferden“, erinnerte Kaplan Steinberger. Erst vor wenigen Wochen hatte sie sich ein eigenes Pferd gekauft: „Ihr Lebenstraum.“ Wann immer es ging, war sie auf der Hupp-Hupp-Ranch in Großthannensteig. Dort verbrachte sie auch die letzten Stunden vor ihrem Tod.

Inzwischen hat die Polizei ermittelt, dass Melanies Fahrzeug keine technischen Mängel aufwies und zum Unfallzeitpunkt auch nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Laut Polizei kommen damit Sekundenschlaf oder eine kurzzeitige Ablenkung etwa durch eine SMS infrage. Sicher scheint nur, dass die junge Frau nach dem Aufprall sofort tot war – sie war noch angeschnallt, als der Busfahrer sie am Montagabend fand.

tz

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