Drama im Urlaubsparadies: Burghauser löscht Familie aus

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Altötting - Im Urlaubsparadies Sosua bei Santo Domingo kam es zu einem furchtbaren Verbrechen. Ein Mann aus Burghausen löschte seine gesamte Familie samt Haustieren aus. Wie es zu der Horror-Tat kam:

Die Familientragödie ereignete sich in Sosua, einem beliebten Zufluchtsort deutscher Urlauber.

Vor knapp einer Woche betrat ein stämmiger Europäer den Baumarkt im Ferienort Sosua bei Santo Domingo (Dominikanische Republik). Der Mann kaufte nicht viel: nur einen roten Strick und ein Nylonseil für 256 Pesos, rund fünf Euro. Roman B. (31), der in Altötting geboren und in Burghausen aufgewachsen war, hatte sich zu diesem Zeitpunkt zu einem furchtbaren Verbrechen entschlossen: Stunden später sollte er seine süße Tochter Natalia (9), seine aus Venezuela stammende Ehefrau Rosmery (29), die drei Haustiere und zuletzt sich selbst töten.

Entdeckt wurde die Horror-Tat von einem Mitarbeiter des Hotels in Sosua, in dem die dreiköpfige Familie mit Hund und zwei Katzen sich häuslich eingerichtet hatte. Der Mitarbeiter kam zunächst ins Schlafzimmer und fand das Mädchen und die Mutter leblos im Bett, auch die Tiere lagen auf der Matratze.

Roman B. selbst wurde im Badezimmer aufgefunden. Der Mann hatte nach Darstellung der örtlichen Polizei seinen Hund und die zwei Katzen vergiftet und sie in einem letzten Akt neben der Leiche der Tochter platziert. In einem Abschiedsbrief habe er dann von der Liebe zu seiner Frau und seiner Tochter geschrieben und auf finanzielle Probleme hingewiesen. Zudem soll er in dem Brief seine Großmutter um Verzeihung gebeten haben.

Roman B. hinterließ einen Chopard-Ring im Wert von etwa 4400 Euro und eine Louis-Vuitton-Tasche im Wert von über 500 Euro – mit dem Verweis, die Gegenstände sollten verkauft werden, um für das Begräbnis aufzukommen.

Über das Motiv gibt es widersprüchliche Angaben. So berichten lokale Medien sowohl von finanziellen Problemen als auch von privaten. Angeblich soll das Paar in der DomRep eine Villa mit 60 000 US-Dollar angezahlt haben, dann aber die Restzahlung von 390 000 Dollar nicht geleistet haben. Dann wieder soll es Schwierigkeiten gegeben haben, nach Venezuela weiterzureisen, der Heimat der Frau. Nachbarn berichteten davon, dass sich der venezolanische Zweig der Familie im Hotel aufgehalten habe, dass es dabei in den vergangenen Tagen zu heftigen Streitereien gekommen sei. Was nun letztlich zur Tragödie führte, muss die lokale Polizei herausfinden.

Bis Ende 2010 wohnte die Familie in einer Doppelhaushälfte in Mühldorf. Dort soll sie sich abgemeldet haben, ohne eine neue Adresse anzugeben. Bis vor Monaten galten die drei sogar als verschollen. Sie lebten da wohl kurzzeitig in Venezuela.

Eine Nachbarin aus dem Mühldorfer Doppelhaus beschreibt die Familie gegenüber innsalzach24.de als zurückhaltend, doch offenbar gab es Geldprobleme: „Als sie ausgezogen waren, kamen ständig bestellte Sachen, einmal ein Fernseher. Und Mahnungen kamen auch.“

Eine andere Nachbarin erinnert sich an Roman und Rosmery als „reizendes Paar. Er hat sie wohl sehr geliebt“.

MC/RP

Rubriklistenbild: © fkn/dpa

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