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Hunger haben diese Amseljungen. Ihre Art gilt zwar als ungefährdet, doch auch bei häufigen Vogelarten beobachten Forscher Rückgänge in der Population.

Artensterben

Dramatischer Rückgang macht große Sorgen: Angst um Bayerns Vögel

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Immer weniger Vögel und Insekten flattern, schwirren und krabbeln durch den Freistaat. Besonders dramatisch ist diese Entwicklung auf dem freien Feld. Die Politik ist sich einig, dass etwas passieren muss.

München – 2005 hat es den Brachpieper erwischt. 2010 die Kornweihe. Beide Vogelarten sind laut dem Bayerischen Umweltministerium in Bayern nicht mehr heimisch. Der Sing- und der Greifvogel gehören zu den jüngsten, wahrscheinlich aber nicht zu den letzten Opfern des Artensterbens im Freistaat. Das legt ein Bericht des Ministeriums zum Rückgang der Vogel- und Insektenarten nahe, der am Donnerstag im Umweltausschuss des Landtags vorgestellt wurde.

Demnach sind vier von zehn Insektenarten gefährdet oder ganz ausgestorben. Auch bei ehemals häufigen Arten gibt es deutliche Bestandsverluste. Und mit den Insekten schwinden in nahezu gleichem Maß die Vögel, die das, was krabbelt und schwirrt, als Nahrung brauchen. 44 Prozent der 210 einheimischen Vogelarten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

„Es ist nicht fünf vor, sondern fünf nach zwölf“

Entsetzt zeigte sich insbesondere die Opposition angesichts des Ministeriumsberichts. „Es ist nicht fünf vor, sondern fünf nach zwölf“, sagte der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn. Der scheidende Vorsitzende des Umweltausschusses und Grünen-Abgeordnete Franz Magerl nannte den Zustand der Artenvielfalt in Bayern „desaströs“. Beide übten heftige Kritik an der Politik der CSU-Staatsregierung. „Sie lassen den Umweltschutz am ausgestreckten Arm verhungern“, so Magerl. Von Brunn warf der CSU ein Versagen in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik vor. Es brauche ein Sofortprogramm für mehr Blühpflanzen und Hecken, eine Halbierung des Pestizid-Einsatzes und „die Düngeverordnung in ihrer ganzen Schärfe“. Die Landwirte, die in die aktuelle Entwicklung getrieben worden seien, müssten dafür angemessen entschädigt werden.

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Denn der Artenrückgang, das legt der Bericht nahe, hat viel mit der Entwicklung auf dem Land zu tun. „Auffällig ist“, heißt es darin, „dass die Bestandssituation der Vogelarten der Wälder und Gehölze im Allgemeinen besser ist als die der offenen Kulturlandschaften und der Siedlungen“. Während sich Naturschutzbemühungen im Wald positiv bemerkbar machten, litten Wiesenbrüter und Feldvögel sowie die dort heimischen Insekten wie Ameisen und Tagfalter unter geringem Nahrungsangebot und fehlenden Rückzugsräumen. „50 Jahre Flurbereinigung haben ihre Spuren hinterlassen“, sagte der Experte für Biodiversität aus dem Umweltministerium, Peter Boye. Zudem führe der Stickstoffeintrag aus Düngung und Abgasen sowie der Einsatz von Unkrautvernichtern zu einem Rückgang der Pflanzenvielfalt. Dazu kämen negative Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf nachtaktive Arten sowie der Flächenverbrauch.

Bauernverband lehnt die geforderten Einschränkungen ab

Der Bayerische Bauernverband lehnt die geforderten Einschränkungen für die Landwirtschaft ab. Erst müsse die Wirksamkeit von Ausgleichs- und Naturschutzflächen geklärt werden, die oft in schlechtem Zustand oder nicht mehr vorhanden seien. Zudem seien seit 1960 durch den Flächenverbrauch in Bayern 840.000 Hektar Agrarland verloren gegangen, das nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch als Lebensraum für Pflanzen, Insekten, Bienen und Wildtiere fehle.

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Die Regierungsfraktion verwies auf das im Juni vorgestellte Artenschutz-Paket von CSU-Umweltminister Marcel Huber. „Jetzt, da wir intensiver wirtschaften, sind die Folgen nicht von der Hand zu weisen“, sagte der CSU-Umweltexperte Otto Hünnerkopf. Es gelte, aber eine Mischform von Wirtschafts- und Lebensraum zu finden.

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