Drei Jahre Jugendstrafe

17-Jähriger leistete Sterbehilfe

Bamberg/Scheßlitz - Weil er eine alte Frau auf deren Wunsch hin umbrachte, ist ein junger Mann zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Die Frau traf er während eines Praktikums.

Ein Sprecher des Landgerichts Bamberg teilte am Donnerstag das Urteil mit. Das Verfahren fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der damals 17-Jährige hatte im Sommer 2012 ein Praktikum in einem Altenheim in Scheßlitz (Landkreis Bamberg) gemacht. Dabei, so gestand er, leistete er bei einer 100 Jahre alten Frau Sterbehilfe, indem er sie erstickte.

Zunächst hatte es nach einem natürlichen Tod ausgesehen. Erst als der nun verurteilte Jugendliche im Bekanntenkreis von seiner Tat erzählte, wurde die Staatsanwaltschaft aktiv.Der Leichnam der Frau wurde exhumiert, der Praktikant gestand und kam in eine Jugendhilfeeinrichtung. Das Gericht sah es außerdem erwiesen an, dass er während seines Praktikums im Heim acht Diebstähle verübt hatte. Und er soll schon am Tag zuvor versucht haben, die Frau zu töten.

Nach Justizangaben hatte der Jugendliche gleich zu Beginn der Verhandlung ein Geständnis abgelegt. Der Fall hatte im vorigen Sommer für großes Aufsehen gesorgt. Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung hatte gefordert, dass Todesfälle in Pflegeheime genauer untersucht werden müssten, etwa mit einer gesetzlich vorgeschriebenen amtsärztlichen Leichenschau. Nur dadurch könnten unnatürliche Todesursachen auch erkannt werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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