Massenschlägerei am Fußballplatz

Drei Männer wegen brutalen Angriffs nach Foul vor Gericht

Nürnberg - Nach einem Foul bei einem Fußballspiel im Jahr 2016 kommt es zu einer Massenschlägerei. Seit Dienstag stehen drei beteiligte Männer vor Gericht.

Weil sie einen Fußballspieler nach einem Foul brutal zusammengeschlagen und getreten haben sollen, müssen sich drei Männer vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten. Das Verfahren gegen zwei weitere Angeklagte wurde abgetrennt. Die 16, 29 und 38 Jahre alten Angeklagten gaben beim Prozessauftakt am Dienstag zu, bei einem Hobby-Fußballspiel im Juni 2016 einen damals 19 Jahre alten Spieler misshandelt zu haben.

Der 16-Jährige sagte, er habe den Mann nur geschlagen und nicht getreten. Der 29-Jährige gab einen Tritt gegen den Hinterkopf des Mannes zu. Und der 38-Jährige räumte ein, das Opfer einmal ins Gesicht getreten zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Männer mehrmals und zum Teil mit voller Wucht zutraten. Sie wirft ihnen gemeinschaftlichen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Auslöser war ein Foulspiel, an dem der 19-Jährige und ein Spieler der gegnerischen Mannschaft beteiligt waren. „Als sich beide Stirn an Stirn gegenüberstanden und sich gegenseitig am Hals packten, wurde eine Massenschlägerei ausgelöst, bei der nicht nur alle Spieler, sondern auch die Zuschauer beteiligt waren“, heißt es in der Anklage. Organisiert hatte das Turnier in einer Schule das Jugendamt.

Der Geschädigte sagte, er könne die Entschuldigungen der Angeklagten nicht akzeptieren. Dafür hätten ihn zu viele angegriffen. Besonders schlimm habe ihn der 29-Jährige attackiert. Seine Verletzungen seien jedoch gut verheilt und er gehe weiterhin zu den Turnieren.

Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagte als Zeugin aus, sie habe gesehen, wie der 38-Jährige zweimal heftig gegen den Kopf des 19-Jährigen getreten habe. Sie habe so etwas noch nie bei einem Turnier erlebt.

Die Angeklagten gehören alle zur selben Familie: Der 38-Jährige ist der Vater des 16-Jährigen, und der 29-Jährige ist der Bruder des 38-Jährigen. Nach einem weiteren 16-Jährigen sowie einem 18-Jährigen - Cousins des jüngsten Angeklagten - wird derzeit noch gefahndet.


dpa

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