Gespenstisch: In der Nacht auf Montag suchen die Ermittler am Tatort nach Spuren. Hier fand die Polizei die Leichen des Täters und seiner beiden Opfer.

Nach Schießerei in Bayreuth

Drei Tote in Wohnviertel: Die Bluttat von St. Johannis

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Bayreuth - In einer guten Bayreuther Wohngegend fallen Schüsse – wenig später findet die Polizei auf der Straße drei Tote. Offenbar hat ein 41-Jähriger seine ehemalige Lebensgefährtin, 33, deren Vater, 65, und sich selbst erschossen. Die Eifersuchtstat löst Entsetzen aus.

Kaum zwölf Stunden sind vergangen, aber am Tatort erinnert nicht mal mehr ein Absperrband an das, was hier im Bayreuther Stadtteil St. Johannis passiert ist. Die Polizei hat alle Spuren der Nacht beseitigt, an den Bordsteinen parken längst wieder Autos. Und trotzdem hat diese Straße am Montagmorgen etwas Gespenstisches, als hätte sie die Tat vom Vorabend noch nicht vergessen.

Am späten Sonntag hat hier der 41-jährige Roland F. zwei Menschen erschossen – seine acht Jahre jüngere Ex-Freundin Katja M. und ihren Vater Wolfgang, 65. Nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft handelte er aus Eifersucht. Auch auf den neuen Freund seiner Verflossenen, Matthias D., schoss er. Wie der zuständige Staatsanwalt sagte, traf er den 32-Jährigen „im Bereich des Gesichts“. Er konnte trotzdem flüchten, die Polizei fand ihn später in einer Nebenstraße. Zuletzt soll sich Roland F. selbst erschossen haben.

Über den Täter ist bislang nur wenig bekannt. Er war offenbar Jäger, besaß die mutmaßliche Tatwaffe, eine Pistole der Marke Ceska, also legal. Die Polizei fand sie direkt neben den Leichen. Nach Informationen der tz arbeitete F. als Kaminkehrer in Bayreuth und war bis vor drei Jahren verheiratet. Er hatte seiner Familie sogar ein Haus im Norden der Stadt gebaut. Die Beziehung zu Katja M. soll vor zwei Wochen in die Brüche gegangen sein.

Die Straße, in der F. seinen Opfern auflauerte, befindet sich im Bayreuther Stadtteil St. Johannis – kein Nobelviertel, aber doch eine gutbürgerliche Wohngegend. Hier gibt es viele Einfamilienhäuser und gepflegte Vorgärten. Es ist nicht weit zur berühmten barocken Parkanlage Eremitage. Das Viertel ist dörflich geprägt und vom Bayreuther Stadtkern durch die A 9 getrennt.

Hier kennt man sich noch, lebt teilweise schon seit Jahrzehnten Tür an Tür. „Ich bin sehr geschockt“, sagt ein älterer Mann, der seit 40 Jahren hier wohnt. „Man muss das jetzt erst alles einmal erfassen.“ Er kannte die Betroffenen, will aber zu den möglichen Umständen der Tat nichts sagen. Eine andere Passantin winkt ab und eilt mit ihrem Regenschirm in der Hand weiter: „Das ist eine Tragödie.“

Es waren Nachbarn, die die Schüsse hörten und gleich darauf, gegen 21.30 Uhr, die Polizei verständigten. Katja M. lebte gemeinsam mit ihrem Vater in einem Reihenhaus, nur wenige Meter vom Tatort entfernt. An diesem Morgen sind die Rollläden des Hauses heruntergelassen, ansonsten herrscht Vorstadt-Idylle, die vor dem Hintergrund der schrecklichen Tat schaurig wirkt: Weihnachtsschmuck hängt an der Haustür, eine Schneeschaufel steht bereit, falls der Winter doch noch kommt und der Gehweg geräumt werden muss.

Bis in die frühen Morgenstunden waren Kripo, Spurensicherung und Rechtsmediziner am Tatort. Sie durchsuchten die Wohnung der Opfer, aber auch andere Wohnungen und vernahmen Zeugen. In zwei Fahrzeugen, die an der Straße parkten, fanden sie Einschusslöcher. Nur kurz nachdem die Ermittler gegen 6 Uhr abzogen, kamen wieder einige Polizisten, um sich in der Nachbarschaft umzuhören.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft eine Obduktion der Leichen angekündigt, auch wenn sie sich keine überraschenden Ergebnisse erhofft. Außerdem sollen noch weitere Spuren ausgewertet werden. Und dann gibt es noch Matthias D., den Überlebenden und letzten Freund der Toten. Er ist nun einer der wichtigsten Zeugen der Polizei, um die Vorgeschichte der Tat zu rekonstruieren. Gestern hieß es, er sei außer Lebensgefahr.  

Bayreuth: Schießerei fordert drei Todesopfer

lby/mmä

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