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Der Angeklagte Guido N. (M) wird von Justizbeamten am Freitag in den Gerichtssaal des Landgerichts Leipzig geführt.

Versteckt sich hier ein Dreifachmörder?

Leipzig - Ein Geschäftsmann aus dem oberbayerischen Kraiburg muss sich wegen Dreifachmordes vor dem Leipziger Landgericht verantworten. Er soll drei junge Männer im Alter von 19, 23 und 27 Jahren erschossen haben.

Ein Bayer steht seit Freitag als mutmaßlicher Mörder in Leipzig vor Gericht. Es geht um drei Gewaltdelikte im sächsischen Groitzsch aus den Jahren 2009 und 2010. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41 Jahre alten Kaufmann zwei Morde, versuchten Mord sowie Raub und Körperverletzung mit Todesfolge vor. Der Angeklagte aus Oberbayern soll drei junge Männer im Alter von 19, 23 und 27 Jahren erschossen haben - heimtückisch und aus niederen Beweggründen, wie die Staatsanwaltschaft argumentiert.

Vor Beginn der Verhandlung verdeckte der Angeklagte sein Gesicht mit einem Aktenordner. Seine Hände waren mit Handschellen gefesselt. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Hans Jagenlauf, ob sich der Angeklagte wie angekündigt nicht zu den drei Taten vor Gericht äußern wolle, sagte der Mann aus dem oberbayerischen Kraiburg am Inn, der zuletzt aber in Cham in der Oberpfalz lebte: “Jawoll!“. Er hatte sich zuvor einem Psychologen offenbart. Dieser Sachverständige wird auch vor Gericht gehört. “Davon wird sehr viel abhängen“, sagte eine Vertreterin der Nebenkläger nach der Verhandlung. “Wie mit einem Metallteil auf den Kopf eines Opfers eingeschlagen wurde, das ist unglaublich.“ Die Motive der Taten sind bislang unklar.

Auf den 27-Jährigen schoss der Mann laut Anklage im April 2009, weil das Opfer ihm sein Fahrrad nicht geben wollte. Auf die zwei anderen Männer wurde im August 2010 ohne Vorwarnung geschossen, weil sie Metall von Fahrzeugen auf dem Grundstück des Bayern in Groitzsch stehlen wollten. Einem Opfer gelang trotz Schusswunden die Flucht. Es brach aber zusammen und starb in einer Klinik. Das andere Opfer sollte als Zeuge beseitigt und Spuren verwischt werden.

Bei allen Taten stammt die Munition aus demselben Magnum-Revolver. Der Angeklagte stellte sich fünf Tage später der Polizei in Bayern. Er sitzt in U-Haft. Auf eine nachträgliche Sicherungsverwahrung, die dem Angeklagten drohen könnte, gingen weder die Anklage noch das Gericht zum Prozessauftakt ein.

Der Verhandlung wohnten auch die Hinterbliebenen der Opfer als Nebenkläger bei. Für Verwirrung bei Prozessbeobachtern sorgte, wer wen vertritt. Die Lebensgefährtin des 23 Jahre alten Opfers hatte drei uneheliche Kinder. Sie beauftragte für jedes einzelne minderjährige Kind einen eigenen Anwalt. Das sei rechtens, üblich sei sonst aber ein gemeinsamer Rechtsvertreter, sagte Jagenlauf nach der Verhandlung. Die Kosten trage im Falle einer Verurteilung des Angeklagten die Staatskasse.

Im Prozess treten nach derzeitigem Stand 33 Zeugen auf, vor allem Polizisten und Vertreter der Rechtsmedizin. Die Verhandlung wird am 2. März fortgesetzt.

dpa

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