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Eine DNA-Probe müssen nun offenbar die Mitarbeiter der Klinik Augsburg abgeben. Die Kripo sucht den Urheber eines Drohbriefs.

Nach Drohbrief: Augsburger Ärzte müssen zum DNA-Test

Augsburg - Die Augsburger Klinik-Leitung hat einen anoymen Drohbrief erhalten. Nun bittet die Kripo alle Ärzte zum DNA-Test.

Sie sind die Halbgötter in Weiß, hochgebildet, hochangesehen und hochbezahlt – die Chefärzte im Klinikum Augsburg. Allerdings brodelt es seit Wochen in diesem Zirkel. Der Grund ist die Bestellung des Medizinischen Direktors, sozusagen der Chef der Chefärzte: Dieser heißt Dirk Richter (43), war Unternehmensberater und ist auch Prokurist einer Klinik-Kette. Wegen Richter legten drei Chefärzte mit Unterstützung von 24 Kollegen aus Protest ihren Posten als Ärztliche Direktoren nieder. Und jetzt gibt es auch noch diesen Brief, der Mitte letzte Woche gegen 10 Uhr mit der Post kam …

Geöffnet hat ihn Klinik-Vorstand Alexander Schmidtke, dieser hatte Richter als Medizinischen Direktor favorisiert und ist selbst auch erst ziemlich neu dabei: Seit Dezember 2009 soll er das Klinikum, das über 5400 Beschäftigte hat, wirtschaftlich neu ausrichten. Was in dem Brief steht, umschreibt der Augsburger Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai so: „Es wurden Repressalien angekündigt.“ Nur gegen wen? Nach tz-Informationen richten sich diese Repressalien nicht gegen eine bestimmte Person oder Gruppe. Vielmehr werden Beschädigungen des Gebäudes angekündigt, falls nicht gegen einen Personenkreis innerhalb der Verwaltung und der Ärzteschaft vorgegangen werde. Nur ein Spinner?

Jedenfalls rief das Schreiben die Kripo auf den Plan. Oberstaatsanwalt Nickolai: „Wir ermitteln gegen unbekannt.“ Zudem wurde eine Krisensitzung mit dem Landrat Martin Sailer und dem Oberbürgermeister Kurt Gribl einberufen, die den Verwaltungsrat des Klinikums anführen.

Offenbar verfügt die Person, die den Drohbrief verfasst hat, über Insiderwissen. Die Kripo schaut sich deswegen auch innerhalb des Klinikums um – laut Augsburger Allgemeine auch bei den Chefärzten. So gab einer der früheren Ärztlichen Direktoren, der Chefarzt der Frauenklinik Prof. Arthur Wischnik, zwecks DNA-Test eine Speichelprobe ab. Was diesen schwer verblüffte. Insgesamt sollen bislang 30 Personen befragt worden sein.

mc.

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