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Mückenplage im Strandhaus am Ammersee.

Ammersee mit großen Problemen

Droht uns schon wieder ein Mückensommer?

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Sommer, Sonne, See: Es könnte nichts Schöneres geben, wären da nicht die lästigen Mücken. Auch in diesem Jahr könnte es uns wieder voll treffen.

Eching am Ammersee - Sie sirren, sie kommen zu Tausenden und sie stechen zu – immer wieder! Mücken nerven jedes Jahr aufs Neue – doch heuer ist’s offenbar besonders schlimm. Der Sommer hat eigentlich noch gar nicht begonnen, doch schon jetzt kostet die Mückenplage Bürger und Anwohner an manchen Seen jede Menge Nerven. Vor allem am Ammersee sind die kleinen Insekten eine Riesenqual.

„Wir müssen jeden Abend um 19 Uhr dicht machen“, sagt Kornelia Pavic vom Strandhaus Ammersee in Eching. Deren Tochter Miriam hatte vor ein paar Tagen als erste auf die Millionen Ammersee-Quälgeister hingewiesen. Sobald die Dämmerung einsetzt, starten die Mücken ihre Angriffe. „Wir verkaufen mittlerweile Mückensprays an unsere Gäste“, sagt Kornelia Pavic. Auch hat sie eine Unterschriftensammlung zur Bekämpfung der Plage ins Leben gerufen. Denn: „Die Mücken machen uns unser Geschäft kaputt.“

„Seenahe Gebiete leiden wahnsinnig“

Draußen sitzen, das schöne Wetter genießen? Auch die Grünen-Kreisrätin Barbara Wanzke aus Inning kann sich kaum erinnern, wann das noch ohne Probleme ging. Immer sind die Mücken da und stören den friedlichen Abend. „Die seenahen Gebiete leiden wahnsinnig unter der Mückenplage.“ Vor allem Gaststätten am See – wie etwa das Strandhaus Ammersee – haben große Probleme.

Vor allem die Überschwemmungsmücken seien ein Problem. „Viele Tiere vermehren sich in kleinen Pfützen in Überschwemmungsgebieten nahe des Sees“, sagt Wanzke. Sobald die Larven schlüpften, würden sie mit dem Westwind bis zu zehn Kilometer weit verteilt. Deshalb litten auch nicht seenahe Gebiete plötzlich unter den Mücken. Wanzke fordert deshalb den Kreis auf, die Mückenplage endlich zu bekämpfen. „Eine Möglichkeit wäre es, die Überschwemmunsgebiete zu lokalisieren, die Larven zu zählen und nach bestimmten Zahlen auch BTI (siehe unten) einzusetzen.“

Doch welche Mücke nervt zurzeit? Es schwirren laut Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg (Brandenburg) gleich drei Arten parallel herum. Frühjahrsmücken, die Hausmücken, die viel mehr werden bis August. Und die aggressiven Überschwemmungsmücken. Genau diese sind es, die explosionsartig für massenweise Frust sorgt. BTI würde helfen. Oder eine längere Trockenheit, die den in den Pfützen wuselnden Larven die Lebensgrundlage entzöge – das Wasser.

Das hilft gegen Mückenstiche 

Sie nerven, sie stechen, sie saugen Blut - und am Ende juckt es: Mücken sind Plagegeister. Doch es gibt hilfreiche Tipps, wie man sich die Plagegeister vom Hals hält. Ätherische Öle wie Zitronenöl auf der Haut helfen, Mückenstiche zu vermeiden. Genauso können Duftkerzen oder Weihrauchstäbchen helfen. Mücken hassen bestimmte Pflanzenaromen: Lavendel, Minze oder Basilikum. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte jedoch auf künstliche Stoffe setzen. Sie verfliegen weniger schnell. Hier gibt es jede Menge Produkte in den Apotheken. Eine weitere einfache Hilfe: lange Kleidung in Mückengebieten wie Wald und Wiesen. So fällt es den biestigen Insekten schwerer, Blut zu saugen. Auch eine Dusche am Abend kann helfen, denn Mücken werden vor allem vom Körpergeruch angezogen. Und wer gestochen wurde, sollte vor allem eines nie tun: kratzen!

Stichwort BTI-Angriff 

BTI steht für das etwas sperrige Bacillus thuringiensis israelensis und ist folglich ein Bakterium. In der Stechmücken-Bekämpfung wird das für den Menschen ungefährliche Bakterium mit einem Hubschrauber verteilt. BTI zerstört den Darm der Larven - mit tödlichen Folgen. Dies geschieht mit Erfolg etwa am Chiemsee. Das Versprühen muss genehmigt werden, und damit dies passiert, muss eine bestimmte Anzahl von Larven gezählt werden. Am Chiemsee darf nur zweimal im Jahr gesprayt werden. Kritik am BTI-Einsatz wird damit gekontert, dass das Bakterium ausschließlich bei Mücken wirkt.

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