Gefesselt, geschlagen und erwürgt 

Wegen Mordes an Obdachlosen: Duo in Nürnberg vor Gericht

Nürnberg -  Tod im Obdachlosenmilieu: Vor einem Jahr sollen zwei Wohnungslose in Fürth einen anderen brutal erschlagen haben - im Streit um 20 Euro.

Im Streit um ein paar Euro sollen zwei Obdachlose in Fürth einen 57-Jährigen brutal erschlagen haben: Die 30 und 59 Jahre alten Männer müssen sich wegen Mordverdachts seit Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, den Mann vor knapp einem Jahr zunächst mit einer Kordel gefesselt, später auf ihn eingeprügelt und ihn schließlich erwürgt zu haben. Anschließend hätten sie die wenigen Habseligkeiten des 57-Jährigen, darunter ein Handy, Bargeld und eine EC-Karte, mitgehen lassen. Jugendliche fanden den Toten erst Tage später in einem leerstehenden Haus.

Beim Prozessauftakt gab der jüngere Angeklagte Schläge und Tritte zu. Er habe jedoch nicht geahnt, dass er den Mann damit lebensgefährlich verletzt haben könnte. Er sei zudem betrunken gewesen. Der 59-Jährige äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Anfang März 2016 hatten sich zwei Jugendliche in dem leerstehenden Haus herumgetrieben - immer wieder nutzten Obdachlose das Gebäude als Nachtquartier. Auf dem Dachboden stießen die Teenager dann auf den Leichnam des Mannes. Erst Rechtsmediziner konnten seine Identität klären. Mit seiner Gitarre war der Mann durch Nürnberg und Fürth gezogen. Wann genau er getötet wurde, konnten die Rechtsmediziner nicht klären. Als die Jugendlichen seinen Leichnam fanden, war der 57-Jährige bereits ein bis zwei Wochen tot.

Der 30-Jährige sagte vor Gericht, man habe um Geld gestritten. Angeblich hatte der 57-Jährige ein Darlehen in Höhe von 20 Euro nicht zurückgezahlt. Er habe ihm daraufhin mit Prügel gedroht, sagte der jüngere Angeklagte. Als der 57-Jährige erwiderte, er werde die Polizei rufen, habe er ihn geschlagen. Der 59-Jährige habe sich aus dem Streit herausgehalten. Danach nahmen die beiden dem Musiker Gitarre und Handy ab und verschwanden.

Erst im Dezember konnte die Polizei den 30-Jährigen in Sachsen-Anhalt festnehmen. Seinen mutmaßlichen Komplizen hatten die Beamten bereits im April gefasst. Er wisse, dass er aggressiv werde, wenn er getrunken habe, sagte der 30-Jährige. Er habe auch früher schon einen Bekannten geschlagen. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage bis zum 20. Februar geplant.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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