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Der Mörder der kleinen Natalie, die vor 18 Jahren brutal getötet wurde, wird weiterhin in Haft bleiben. Sein Antrag auf vorzeitige Haftentlassung wurde von der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Koblenz abgelehnt.

Die Frage ist nur: Wie lange noch?

Aufatmen in Epfach: Natalies Mörder bleibt in Haft

Epfach - Das Bangen hat vorerst ein Ende: Der Mörder der kleinen Natalie aus Epfach (Kreis Landsberg am Lech) kommt nicht frühzeitig auf freien Fuß. Für die Angehörigen stellt sich nun die Frage: Wann wird er wieder einen Entlassungs-Antrag stellen?

Nach dieser Nachricht kann Erika Kettner aufatmen. Der Mann, der ihrer Familie so viel Leid zugefügt hat, wird weiter hinter Schloss und Riegel bleiben. „Der Richter hat wohl ein Einsehen gehabt, dass der Mörder meiner Enkelin weiter gemeingefährlich ist, und dass eine Rückfallgefahr besteht“, vermutet Kettner, die Oma der kleinen Natalie. Im Umkreis von Epfach erinnern sich die Menschen noch heute genau an das abscheuliche Verbrechen, das vor 18 Jahren das kleine Dorf erschütterte: Die siebenjährige Natalie wurde auf ihrem Schulweg von Armin S. entführt, danach missbraucht und anschließend brutal ermordet. Der Mörder, der das Mädchen erst gegen einen Baum schlug und dann bei lebendigem Leibe ins Wasser warf, war ein Wiederholungstäter: Er hatte sich zuvor schon an mehreren Mädchen und Frauen vergangen (wir berichteten).

Seit 18 Jahren sitzt S. nun für den Mord an Natalie in Haft. Als der Täter heuer den Antrag gestellt hatte, aus der Haft entlassen zu werden, löste dies bei vielen Leuten Angst und Schrecken aus: Besonders bei der Familie des Opfers und allen, die Natalie gekannt hatten.

Für Erleichterung sorgte die Entscheidung, die vergangene Woche fiel: Wie berichtet, wurde der Antrag des Sexualstraftäters abgelehnt. Die zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Koblenz hat den Beschluss gefasst, dass S. nicht vor Ablauf von 23 Jahren freigelassen werden darf, bestätigte Pressesprecher Dr. Alexander Walter unserer Zeitung. Die Entscheidung sei aufgrund der besonderen Schwere der Schuld gefallen.

Für den Täter, der seit 1996 einsitzt, bedeutet dies: Er muss mindestens fünf weitere Jahre in Haft verbringen. Erst danach hat er erneut die Chance, freizukommen. Heißt konkret: S. kann in fünf Jahren wieder einen Antrag stellen, dass sein Strafrest zur Bewährung ausgesetzt wird. Tut er dies, dann könnte die Sache im Jahr 2019 also erneut aufgerollt werden.

Genau das beunruhigt Erika Kettner, die Oma der ermordeten Natalie: „Was ist in fünf Jahren?“, fragt sie sich schon heute. Mit dem Verein „Natalie e.V.“ setzt sich Kettner dafür ein, dass vorbestrafte Sex-Täter nicht mehr so leicht aus der Haft entlassen werden können. Zu hoch sei die Rückfallgefahr. Daher will Natalies Oma andere Kinder vor solchen Wiederholungstätern beschützen.

Für ihre Familie bedeutet die Nachricht der Strafvollstreckungskammer jetzt erst einmal eine mehrjährige Verschnaufpause – eine Zeit, in der nach den vielen Aufregungen in den vergangenen Monaten hoffentlich wieder etwas Ruhe einkehre, hofft die Großmutter. Doch vergessen können wird sie nie: Die Tat ist nicht wieder gut zu machen – egal, wie lange S. noch dafür büßen wird. „Er hat unsere Familie zerstört“, klagt sie an. Ihre Enkelin fehlt ihr so sehr – noch heute. Und auch ihren verstorbenen Mann Erich vermisst Erika Kettner unsäglich: Er hatte die Tat nicht verkraftet und war daran zerbrochen.

Manuela Schmid

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