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Der Starnberger See hat den niedrigsten Wasserstand seit 15 Jahren. 

Fische in Gefahr

Dem Starnberger See geht das Wasser aus: Trockenheit führt zu extrem niedrigem Pegel

Nach dem extrem trockenen Sommer ist der Grundwasserstand niedrig wie selten. Die Pegel von Flüssen und Seen sinken immer weiter. Sogar erste Wärmepumpen liegen auf dem Trockenen.

München – Von dem Pegelmesser, der vor dem Landratsamt aus dem Starnberger See ragt, ist in diesen Tagen deutlich mehr zu sehen als im November üblich. Derzeit hat der Starnberger See einen Wasserstand von 583 Metern und 97 Zentimetern über Normalnull. Das ist der niedrigste Wert seit 15 Jahren, zum Durchschnitts-Pegel fehlen knapp 30 Zentimeter. „Das ist schon extrem in diesem Jahr“, sagt Roland Kriegsch, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim.

Es ist ein bayernweites Phänomen. Neben dem Starnberger See stuft der Niedrigwasser-Informationsdienst etwa auch den Tegernsee, den Waginger See oder den Simssee als „sehr niedrig“ ein. Das heißt, dass dort weniger Wasser registriert wurde, als bei 90 Prozent aller Messungen in den vergangenen hundert Jahren. Das hat unter anderem Folgen für die Fischerei. „Für Fische, die im Uferbereich laichen, ist es natürlich ein Problem, wenn sich das Wasser zurückzieht“, sagt Max Voit vom Fischereiverein Tegernseer Tal. Besonders trifft es die Seeforelle, die derzeit eigentlich in die Flüsse einwandert, um dort zu laichen. Doch auch viele Fließgewässer rund um Bayerns Seen führen im Moment zu wenig Wasser.

Ebbe in Starnberg: See hat niedrigsten Wasserstand seit 15 Jahren

Dass der Starnberger See einen besonders niedrigen Pegel hat, liegt daran, dass er sich vor allem aus dem Grundwasser speist. Und hier fehlen nach dem extrem trockenen Sommer die Reserven. „Aktuell messen wir an knapp 80 Prozent unserer Messstellen im oberen Grundwasserstockwerk niedrige bis sehr niedrige Grundwasserstände“, sagt Claus Kumutat, Präsident des Landesamts für Umwelt. Das liegt aber nicht nur am fehlenden Regen in diesem Jahr. „Gleichzeitig ist der Wasserbedarf zur Bewässerung angestiegen“, sagt Kumutat. Außerdem wirkt nach, dass sich schon in den vergangenen Jahren wenig Grundwasser nachgebildet hat. Das zeigt sich vor allem in den tiefer liegenden Grundwasserschichten, die sich langsamer erholen.

Ganz praktische Folgen hat der niedrige Grundwasserstand nicht nur für die Gewässer, sondern auch für so manchen Privathaushalt. Denn infolge des absinkenden Grundwassers fallen schon einzelne Wärmepumpen aus. „Von rund 400 Pumpen, die wir betreuen, sind aktuell zwei auf dem Trockenen“, sagt Maximilian Barnickel von der auf Wärmepumpen spezialisierten Firma Wechner aus Schongau. Das kann verschiedene Gründe haben: Möglicherweise wurde beim Bau der Pumpe gespart – jeder Meter in die Tiefe steigert dauerhaft die Kosten. Auch die Bodenbeschaffenheit kann Einfluss haben, denn es darf nur bis zu einer sogenannten Stauschicht gebohrt werden. Oder die Pumpe wurde in Zeiten installiert, in denen der Grundwasserstand noch deutlich höher war.

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Niedriger Wasserstand in Starnberg: Abhilfe gegen die Ebbe kann nur Regen schaffen 

Abhilfe schafft vor allem eines: Regen. „Am wirkungsvollsten sind mehrere lang anhaltende und ergiebige Landregen“, sagt Claus Kumutat. Auch eine hohe Schneedecke im Winter, die dann im Frühjahr langsam abschmilzt, wäre wichtig. Der leichte Schneefall, der für die nächsten Tage angekündigt ist, wird die Lage nicht groß ändern – denn davon wird nur wenig im Grundwasser landen. Grund zur Sorge sieht Kumutat im Moment noch nicht. „Aber schon aus Vorsorgegründen sollten wir unsere Grundwasservorräte sparsam und schonend nutzen.“ Denn mit Blick auf den Klimawandel müsse man künftig wohl mit häufiger auftretenden Trockenperioden rechnen.

„Zum Glück ist der Wasserverbrauch momentan nicht so hoch wie im Sommer“, sagt Josef Pellkofer. Der Dingolfinger Bürgermeister ist Vorsitzender des Wasser-Info-Teams Bayern, in dem die kommunalen Wasserversorger organisiert sind. „Wir werden uns auf diese Situation aber dauerhaft einstellen müssen“, sagt er. Das sei eine Herausforderung. „Unser Ziel muss sein, weiterhin gesundes Wasser aus der Leitung zu bekommen.“

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