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Rudolpho bei seinem Lieblingspublikum, den Kindern. Er will Horror-Clowns nicht das Feld überlassen.

Horror-Welle macht Bayern zu schaffen

Echter Clown leidet: Ich werde sogar mit dem Tod bedroht

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Simbach - Zauberclown Rudolpho ist verzweifelt. Er ist nicht zu Späßen aufgelegt – seit dem Auftauchen der Horror-Clowns. Schlimmer noch, er wird selbst bedroht.

Zauberclown Rudolpho, der im zivilen Leben Rudolf Girgnhuber heißt, ist verzweifelt. Und jetzt soll er auch noch seine Späße reißen und zum Weltspartag die Kleinen zum Lachen bringen. Dabei ist er nicht zu Späßen aufgelegt – seit dem Auftauchen der Horror-Clowns. „Ich kann echt bald nicht mehr“, sagt der Familienvater aus Simbach. „Ich werde beschimpft, mit dem Tod bedroht, mit Abstechen, mit Erschlagen. Die Luftballons machen sie mir kaputt, und alles wegen dieses Schmarrns.“ Es ist, als hätte sich seine Passion des Spaßmachens ins Gegenteil verkehrt. Aber das will er nicht!

Noch vor zwei Wochen wusste kaum jemand, was Horror-Clown bedeutet. Doch in kurzer Zeit haben die Clowns, die über Generationen die Leute zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln brachten, ihren Ruf als fröhliche Gesellen verloren. Plötzlich laufen Pseudo-Clowns mit Kettensägen herum und verbreiten Angst und Schrecken. Selbst im kleinsten Kaff wird ermittelt. Sogar Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gibt ein Statement ab: „Wir werden nichts durchgehen lassen.“ Ins gleiche Horn bläst Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU): „Null Toleranz.“ Polizeibehörden und Landeskriminalämter registrierten im Oktober 370 Vorfälle: Sie reichen von bloßen Sichtungen über Erschrecken bis hin zu versuchten und tatsächlichen Angriffen.

Zauberclown Rudolpho mit dem Spaßmobil: Jugendliche zerstören inzwischen die Deko.

Clown Rudolpho leidet ganz ohne Handgreiflichkeiten, ihm tun Worte weh. „ Jugendliche rufen: ,Dich kriegen wir, du lebst nicht mehr lange.‘ Es sind solche Gemeinheiten.“ Auf seiner Facebook-Seite kommt er kaum mit dem Löschen von Kommentaren hinterher. „Dabei bin ich nur an den Wochenenden Clown, für die Kleinen wie für die Großen.“ Geburtstage, Hochzeiten, Fasching. „Und ich arbeite auch viel mit schwerbehinderten Kindern.“ 15 Jahre lang freuten sich alle, wenn er kam. Doch jetzt erhält er Drohanrufe, sogar daheim. Und ihm unbekannte Leute fahren vorm Haus auf und ab, sie wissen: Da wohnt ein Clown! „Es ist kaum mehr auszuhalten“, sagt Rudolf Girgnhuber. Sein größter Wunsch: „Bitte lacht wieder über Clowns!“ Inzwischen denkt er aber sogar daran, mit der Familie nach Mallorca zu ziehen. Nur weg. Den Segen seiner Familie hätte er.

Markus Christandl

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