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Junge Familie steht unter Schock: Felssturz auf dem eigenen Grundstück

Sie ist nicht versichert

Schock für junge Familie: 50 Tonnen Fels auf Haus gekracht - jetzt lebt sie im Wohnwagen

50 Tonnen Fels sind auf das Haus einer jungen Familie in Edelsfeld (Bayern) gestürzt. Es ist nicht mehr bewohnbar. Jetzt müssen die vier in einem Wohnwagen leben.

Edelsfeld - Es ist kurz vor 19 Uhr, als das Leben von Tobias Röttcher aus Edelsfeld im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach auf den Kopf gestellt wird. Er steht in der Küche seines 200 Quadratmeter großen Hauses, als plötzlich der Boden zu beben begann.

„Das ganze Haus hat mitgezittert“, erinnert sich Röttcher. Ein „riesiger Rums“ war zu hören. Instinktiv flüchtete der Vater ins Wohnzimmer. „Es klang, als würde etwas gesprengt werden.“ Das Geräusch wird Röttcher nie mehr vergessen. Auch nicht den Anblick, der sich vor seinem Fenster bot. „Da sind die Felsen am Haus dran gelegen.“ 50 Tonnen Fels sind an der anliegenden Felswand auf ihr Haus gedonnert. Über den Balkon im ersten Stock liegen riesige Brocken. Sogar die Eingangstür im Erdgeschoss ist durch die Wucht eingedrückt worden.

Fels stürzt auf Haus: „Wenn sich hier jemand aufgehalten hätte, dann hätte es ihn erwischt“

Die junge Familie steht unter Schock. Für Röttcher ist klar: „Wenn sich hier jemand aufgehalten hätte, beim Wäsche machen zum Beispiel, dann hätte es denjenigen vielleicht erwischt“, zieht der 38-Jährige Bilanz.

Er hat erst kürzlich das Häuschen liebevoll renoviert, für ihn, seine Frau Nicole und für die beiden kleinen Kinder Ben und Lion ein gemütliches Refugium geschaffen. Jetzt ist das Haus unbewohnbar. Der Fels dahinter droht weiter abzurutschen und könnte im schlimmsten Falle das ganze Gebäude wegschieben. Deswegen dürfen die vier auch nicht mehr in ihren eigenen vier Wänden wohnen – die Gefahr ist zu groß. 

Nach Felssturz: Familie lebt jetzt auf 18 Quadratmeter in einem Wohnwagen

In diesem Wohnwagen muss die Familie jetzt leben.

Nachdem sich auf die schnelle keine Unterkunft in der Nähe fand, fuhr Nicoles Vater los und besorgte einen Wohnwagen. In dem wohnt die kleine Familie jetzt – auf 18 Quadratmeter massiv beengt. Das ist alles, was von dem kleinen Familienglück übrig blieb.

„Aber es muss gehen“, sagt der Vater optimistisch. Sowohl für die ihn und seine Frau, als auch für die beiden Kinder im Alter von drei Jahren und zehn Monaten. Lion, der Ältere von Beiden will unbedingt in sein Zimmer zurück, denn Platz zum Spielen hat er hier nicht. Zudem nur eine improvisierte Liege und nicht sein geliebtes Hochbett. Der kleine Ben entwickelt sich trotz der Katastrophe gut, aber Platz zum Krabbeln oder Laufen lernen fehlt eindeutig. Nur weggehen kommt für die Röttchers nicht in Frage. Nicole hat neben dem Haus eine Tierpension, die nicht bedroht ist. „Hier muss das Geschäft weitergehen“, sagt sie gegenüber der Regionalzeitung Onetz.

Familie ist nicht versichert: Kosten betragen zwischen 100.000 und 120.000 Euro

Jetzt suchen die beiden Eltern nach einer Lösung für das Dilemma und wissen nicht mehr aus und ein. Eine Elementarschadensversicherung haben sie nämlich keine abgeschlossen. Der Versicherungsvertreter hatte ihnen nach dem Umbau im Jahr 2015 abgeraten, weil sie diese nicht brauchen würden. Nun stellt sich die Frage: „Wer trägt die Kosten, die nicht gerade als klein zu bezeichnen sind?“ Aktuell haben die Eheleute Angebote von 100.000 bis 120.000 Euro vorliegen.

Nach Felssturz auf Haus: Familie weiß nicht, wie sie alles finanzieren soll

Die Firma würde den Stein der Felswand hinter dem Haus soweit abtragen, dass diesem keine Gefahr mehr droht. Rindenmulch soll erstmal den Gang komplett füllen, um eine weitere Beschädigung des Hauses abzuwenden. Dann rücken die Arbeiter mit schwerem Gerät an und tragen die Steinwand in kleinen Schritten ab. Finanziell wissen die Röttchers noch nicht, wie sie das Stemmen sollen, aber aufgeben wollen sie dennoch nicht. Ihre Kinder sollen ein anständiges Zuhause haben und zwar das, was sie sich in den letzten 15 Jahren aufgebaut haben. Denn dann kann auch der kleine Lion endlich wieder in seinem Hochbett schlafen.

Video: Droht ein Felssturz im Allgäu? Hier bricht ein Berg auseinander

Wegen eines Felssturzes vor fünf Jahren musste eine Schlucht bei Schloss Neuschwanstein gesperrt werden. Jetzt ist sie wieder geöffnet und entpuppt sich als Besucherattraktion.

Außerdem bricht ein Berg im Allgäu  auseinander: Wie gefährdet ist die Bevölkerung?

Massive Felsstürze befürchten Experten auch am höchsten Berg Deutschlands: Über dem Höllentalgletscher lauert die Gefahr, wie der merkur.de* schreibt.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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