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Das Opfer

Edling: Tod durch Kopfschuss

Edling - Ein Mann liegt im Straßengraben, bewusstlos und blutüberströmt – so geschah es in der Nacht zum Sonntag im Landkreis Rosenheim. Jetzt kam heraus, dass der BMW-Arbeiter (52) erschossen wurde. Die Polizei sucht nach Zeugen – 5000 Euro Belohnung sind ausgesetzt.

„Das muss man sich mal vorstellen: Da wird ein erschossener Mann im Graben gefunden und niemand weiß, wie er da hingekommen ist.“ Dieter Bezold vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd und seine Kollegen tappen im Mordfall von Edling im Dunkeln. „Jedes kleine Mosaiksteinchen würde uns zur Zeit weiterbringen.“

Das Rätsel beginnt in der Nacht zum Sonntag um 0.20 Uhr: Ein Autofahrer alarmiert Polizei und Notruf – er hat einen grausigen Fund am Straßenrand an der Kreisstraße zwischen Edling und Albaching im Landkreis Rosenheim gemacht. Ein Mann liegt im Graben, Blut strömt ihm über Kopf und Gesicht. Der herbeigerufene Notarzt behandelt ihn noch am Fundort. Doch zu spät: Am frühen Morgen stirbt der Schwerverletzte im Krankenhaus Wasserburg.

Seitdem ermitteln die Kriminalpolizei Rosenheim und die Münchner Mordkommission fieberhaft. Es gibt erste Erfolge: Seit gestern ist klar, dass es sich bei dem Toten um Osman Saracuz (52) handelt, einem türkischen Staatangehörigen aus München. Saracuz stammt nach Informationen der tz aus Anatolien, war verheiratet und hatte zwei Kinder im Alter von 19 und 22 Jahren. Er arbeitete als Leiharbeiter bei BMW und absolvierte nebenbei ein Fernstudium im Fach BWL. Politisch war er im türkischen Volksverein (HDF) engagiert, dem deutschen Ableger der sozialdemokratischen Partei CHP. 

Die Obduktion ergab, dass der Türke an einem Kopfschuss starb. Nicht lange zuvor ist er noch gesehen worden. „Er hielt sich ziemlich genau um 23 Uhr noch in München-Giesing nahe des Lokals ,Sanzatu‘ in der Sankt-Bonifatius-Straße auf“, heißt es aus dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Saracuz trank in dem Bridge-Lokal zwei Halbe Bier, wie der Wirt Hilmi Kilicarslan – ein guter Freund des Toten – der tz berichtete. Dann verließ er das Lokal. Ein Freund sollte ihn abholen. 

Kurze Zeit wurde der Türke laut Polizei noch am Rosenheimer Platz gesehen. „Spätestens hier verliert sich jede Spur“, so Bezold. Knapp eineinhalb Stunden später findet man den Familienvater rund 55 Kilometer weiter östlich tödlich verletzt im Straßengraben. 

Wer den 58-Jährigen zwischen 23 Uhr und 0.20 Uhr erschossen hat und vor allem warum – das ist bisher völlig unklar. Die Polizei hofft, dass sich weitere Personen melden, die Saracuz in der Tatnacht gesehen haben. „Vielleicht hat jemand beobachtet, wie er in ein Fahrzeug stieg. Vielleicht wurde auf der Strecke auch irgendwo angehalten, um zu tanken oder Zigaretten zu kaufen“, gibt Bezold als Beispiel. Das Opfer trug in der Tatnacht eine hellbraune Lederjacke mit Pelzbesatz, schwarze Jeans und schwarze Stiefeletten mit Absatz. Er ist mit 158 Zentimetern Körpergröße auffallend klein und hat eine untersetzte Statur. 

Die Polizei stellt weitere Fragen an die Öffentlichkeit: Hat jemand in der Nähe des Fundorts oder auf der Strecke zwischen München und dem Edling (siehe Grafik) etwas Verdächtiges beobachtet? Kennt jemand ein Fahrzeug mit kaputter Scheibe, Blutspuren oder Beschädigungen, die durch Schüsse entstanden sein könnten? Auch über das Opfer selbst will die Polizei mehr erfahren. Gesucht werden Personen, die den 52-jährigen Familienvater kannten und Angaben zu seinen Lebensumständen und seinem Umfeld machen können. 

Mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Rosenheim unter z 0 80 31/ 20 00 zu melden. Hinweise, die zur Klärung der Tat führen, werden mit 5000 Euro belohnt. 

Stephanie Wolf 

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