Überraschende Verhaftung der Witwe (34)

Ehe-Drama: Todesschuss nach dem 1. Hochzeitstag

Pfreimd - Zunächst sieht alles nach Selbstmord aus - Gerald R. hatte sich offensichtlich ein Jahr nach seiner Hochzeit im Keller seines Haus umgebracht. Doch nun sitzt die Witwe (34) in U-Haft. Was ist genau passiert?

"Mein Bua hätt’ sich nia umbrocht, nia!“ Seit Freitagmorgen weiß Mutter Anni (58), dass da auch etwas anderes gelaufen sein könnte. Damals, vor ein paar Monaten im April. Ihre Schwiegertochter, mit der ihr Sohn Gerald (39) exakt 366 Tage verheiratet gewesen war, wurde Freitagfrüh in einer Wohnung im Kreis Neustadt/Waldnaab verhaftet. Grund: Sie steht unter dem Verdacht ihren Gatten ermordet zu haben! Die blonde, üppig gebaute Frau  war es, die um 0.38 Uhr am 17. April die Rettung zum großen Einfamilienhaus rief. Ihr Mann Gerald lag im Keller. Der Fuhrunternehmer lebte nicht mehr, ein Schuss ins Gesicht aus einem Gewehr hatte ihn getötet. Die Waffe durfte sich im Haus befinden - Gerald R. war wie seine Frau Susanne Jäger gewesen. „Dem ersten Anschein nach standen ein Suizid oder ein Unglücksfall im Raum“, so Michael Rebele vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Doch auch von einem Verbrechen musste da schon ausgegangen werden. Doch wer kommt dafür in Frage?

Rückblende ins Jahr zuvor, zum 15. April 2011. Gerald und Susanne heiraten in Tracht, sie haben sich bei der Jagd kennen- und liebengelernt - er, der gelernte Technische Zeichner und spätere Fuhrunternehmer, sie, die Lehrerin. Das Paar zieht in den großen Neubau nach Pfreimd, das Haus, das der Gerald mit eigenen Händen hochgezogen hat, um der Lieben ein gemütliches Heim zu bieten. Kinder gibt es nicht, dafür aber zwei Jagdhunde, die Asta und den Ben. Doch mit der Zeit verschwinden die Schmetterlinge im Bauch und Gerald erkrankt chronisch: Der früher so starke Mann fühlt sich immer müde und schlapp. Zum nervösen Magen kommt Atemnot, hoher Blutdruck, alles Beschwerden, die er so nicht kannte.

Profiler ermitteln im Umfeld der Familie

„Es war ihm unerklärlich und ein Rätsel, er war doch früher so gesund!“, erinnert sich ein Angehöriger. Und viel schlimmer: Mit der Zeit soll Susanne richtig herrisch gegenüber dem gutmütigen Gerald aufgetreten sein. So durfte er angeblich nicht mehr rauchen, sie aber schon, und auch nicht mit jedem sprechen. Der treue Gerald kuschte halt, warum auch immer. Sogar bei der Pirsch mit Spezln und seinem Bruder ließ er sich nicht mehr blicken - durfte er nicht? Sein plötzlicher Tod nur Stunden nach dem einjährigen Hochzeitstag erschütterte jedenfalls die Familie ebenso wie die Freunde. Mutter Anni versichert: „Niemand glaabte an Selbstmord, wia’s des zunächst g‘heißn hod.“

Was Anni da nicht ahnt, auch die Kripo Amberg nicht, die das Haus versiegeln lässt und nun fast schon verboten behutsam im Umfeld des Toten ermittelt. Spezialisten treffen in Pfreimd ein, so leise, dass sie nicht auffallen. Profiler aus München, Waffeningenieure vom bayerischen Landeskriminalamt, Rechtsmediziner der Unis Nürnberg-Erlangen, München und Münster. Sie alle tragen anscheinend genug Hinweise zusammen, dass der Ermittlungsrichter in Regensburg Haftbefehl wegen Mordes erlässt, es bestehe ein dringender Tatverdacht gegen die Ehefrau. Um 8 Uhr morgens wird sie am Freitag verhaftet. Sie hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Wegen seiner Beschwerden soll Gerald R. ein 24-Stunden-EKG am Körper getragen haben. Zeichnete das Gerät, das regelmäßig die Herzfunktinen misst, auf, wann genau er verstarb, wann der Schuss fiel?

M. Christandl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neun Verletzte bei Unfall eines Reisebusses
Bei einem Unfall eines Reisebusses mit Schülern an Bord sind am Freitag auf der Autobahn 7 bei Dinkelsbühl (Landkreis Ansbach) neun Menschen leicht verletzt worden.
Neun Verletzte bei Unfall eines Reisebusses
Stadionverbot missachtet - Knast! Dabei forderte sogar die Staatsanwältin Freispruch
Ein Fan von Regionalligist Wacker Burghausen muss für ein Jahr ins Gefängnis - ohne Bewährung. Der Richter blieb knallhart!
Stadionverbot missachtet - Knast! Dabei forderte sogar die Staatsanwältin Freispruch
Mofa begräbt Mann - gefangen im Hochwasser
Unter seinem Roller eingeklemmt ist ein Mann mehrere Stunden auf einer überfluteten Wiese gefangen gewesen. Die Polizei in Unterfranken befreite ihn stark unterkühlt am …
Mofa begräbt Mann - gefangen im Hochwasser
„Friederike“ in Bayern: Rollerfahrer im Hochwasser gefangen - Lebensgefahr
Sturmtief Friederike erreichte Bayern - genau zum Jahrestag von Orkan Kyrill aus dem Jahr 2007. In unserem Newsblog halten wir Sie auf dem Laufenden.
„Friederike“ in Bayern: Rollerfahrer im Hochwasser gefangen - Lebensgefahr

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion