Vier EHEC-Erkrankte infizierten sich nicht in Bayern

Ansbach/Erlangen - Für den Darmkeim EHEC gibt es weiterhin keine Hinweise auf eine Erregerquelle im Freistaat. Bayerns Gemüsebauern sprechen von "abstrusen" Vorwürfen.

In Bayern sind nach amtlichen Angaben mindestens vier Menschen mit dem lebensgefährlichen EHEC-Darmkeim infiziert. Das sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Mittwoch in Erlangen. Diese amtlich bestätigten Fälle stünden im Zusammenhang mit Erkrankungen in anderen Bundesländern - also in Norddeutschland und Hessen. Einen Hinweis auf eine Erregerquelle in Bayern gebe es weiter nicht.

Weitere Angaben zu den Erkrankten machte das Landesamt nicht. Einzelheiten erläuterten das Uniklinikum Erlangen und das Landratsamt Bayreuth. Im Uniklinikum wird nach Angaben eines Sprechers ein elf Jahre altes Mädchen wegen EHEC behandelt. Das Mädchen benötige eine Dialyse. In Bayreuth hat sich der Verdacht auf eine EHEC-Infektion bei einer 28 Jahre alten Patientin bestätigt. “Mit großer Wahrscheinlichkeit hat die junge Frau, die in Bayreuth erkrankt ist, bei einem vorherigen Besuch in Norddeutschland den Erreger mit dort verzehrten Lebensmitteln aufgenommen“, teilte dazu das Landratsamt Bayreuth mit.

Bei Verbrauchern und Gemüsebauern in Bayern steigt unterdessen die Verunsicherung wegen des gefährlichen EHEC-Erregers. “Die Branche rätselt“, sagte Anton Offenberger, der Geschäftsführer des Erzeugerrings Knoblauchsland, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Das Knoblauchsland im Norden von Nürnberg ist das größte zusammenhängende Gebiet für Gemüseanbau im Freistaat.

Doch die Gemüsebauern gerieten zu Unrecht unter Verdacht: Dass es immer wieder heißt, Gülle als Dünger für Gemüse könne den lebensbedrohlichen Darmkeim übertragen, sei “abstrus“, betonte Offenberger. “Das Gemüse würde ein Ausbringen von Gülle doch gar nicht aushalten, das macht keiner.“ Auf Gemüsekulturen werde grundsätzlich keine Gülle - also Ausscheidungen von Nutztieren - verteilt, versicherte er. Mit Gülle gedüngt würden normalerweise nur Getreide- oder Maisfelder sowie Grünland.

Die im Erzeugerring zusammengeschlossenen Gemüsebauern spürten eine große Unsicherheit beim Verbraucher. “Wir merken, dass die Kunden hochsensibel sind. Seit Dienstag klingelt das Telefon.“ Auch viele Händler fragten nun besorgt nach. “Wir können eigentlich nichts gegen diese Unsicherheit machen. Wir können nur versichern, dass wir das Menschenmögliche tun, um einwandfreie Produkte zu liefern.“

dpa 

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