Ehefrau erschlägt eigenen Mann mit Beil

Fürth/Nürnberg - Brutal und hinterrücks: So ist der Mordfall zu beschreiben, über den das Landgericht Nürnberg-Fürth am Donnerstag urteilte. Eine Frau hatte ihren 23 Jahre jüngeren Ehemann im Februar erschlagen.

Sie griff nach einem Beil und schlug brutal zu - nach 20 Hieben lag ihr Mann tot am Boden. Für die schreckliche Bluttat im Februar muss eine 56 Jahre alte Frau nun lebenslang hinter Gitter. Das Landgericht Nürnberg-Fürth stufte die Tat in seinem Urteil vom Donnerstag als Mord ein, verzichtete allerdings auf die strafverschärfende Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, wie sie die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Der Verteidiger hatte für seine Mandantin lediglich acht Jahre Haft wegen Totschlags gefordert.

Der Vorsitzende der Strafkammer zeigte sich von dem brutalen Ende einer rund neunjährigen Ehe sichtlich betroffen: “Was musste passiert sein, dass jemand eine so schrecklich Tat begeht?“, fragte er in seiner Urteilsbegründung. Die Frau sei bei ihrer Beilattacke heimtückisch vorgegangen, habe die Arglosigkeit ihres Opfers skrupellos ausgenutzt. Nach Erkenntnissen von Rechtsmedizinern deuten die Verletzungen darauf hin, dass die Frau von hinten auf ihren Mann eingeschlagen hat. Möglicherweise habe der 33-Jährige zur Tatzeit sogar geschlafen.

Mord scheint von langer Hand geplant gewesen zu sein

Das Schwurgericht sah es auch als erwiesen an, dass die Frau den Mord von langer Hand geplant hatte. So habe die Frau das Beil vier Tage vor der Tat in einem Baumarkt besorgt und bereitgelegt. Nach dem Mord besorgte sie sich eine Kettensäge, um den Leichnam zu zerstückeln. Dazu war es jedoch nicht mehr gekommen, weil sich am Morgen nach der Tat der Chef ihres Mannes an der Wohnungstür meldete und wissen wollte, warum dieser nicht zur Arbeit erschienen war. Daraufhin stellte sich die Frau der Polizei.

Die Frau hatte während des dreitägigen Prozesses die Tat weitgehend gestanden. Nach ihrer Aussage war es in den Wochen und Monaten vor der Tat immer wieder zum Streit gekommen, weil sich ihr 23 Jahre jüngerer Mann von ihr habe scheiden lassen wollen. Als der 33-Jährige ihr am Tatabend auch noch eröffnete, er wolle ihr bei einer Scheidung keinen Cent zahlen, sei sie durchgedreht und habe zugeschlagen.

Aus vor Gericht verlesenen Tagebucheinträgen der 56-Jährigen geht außerdem hervor, dass sie darunter gelitten habe, von ihrem Mann nicht geliebt worden zu sein. In dem Prozess war mehrfach spekuliert worden, bei der Beziehung der beiden habe es sich um eine Scheinehe gehandelt.

dpa

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