Ehefrau erstochen - neun Jahre

Haft Stein - Aus Eifersucht hat ein 61 Jahre alter Mann aus Stein (Landkreis Fürth) seine Ehefrau erstochen - am Montag verurteilte ihn das Landgericht Nürnberg-Fürth dafür zu neun Jahren Haft.

Der arbeitslose Stuckateur hatte gestanden, seine Frau am 8. Februar vergangenen Jahres mit vier Messerstichen getötet zu haben. Er hatte einen Nebenbuhler vermutet und Zeugenaussagen zufolge sogar wenige Stunden vor der Tat beim Stammtisch betrunken angekündigt: “Wenn ich die erwische, ersteche ich sie. Die paar Jahre sitze ich ab.“

Auch das Schwurgericht konnte bis zur Urteilsverkündung am Montag nicht klären, ob die Ermordete tatsächlich einen Geliebten hatte oder ihren Gatten nur eifersüchtig machen wollte. Fest steht, dass es ein besonderes Verhältnis zu einem anderen Mann gab: Aus ihrer ersten Ehe hatte die Frau fast 60 000 Euro Zugewinn-Ausgleich erhalten. Etwa die Hälfte davon verbrauchte sie für die Begleichung von Schulden, die sie mit ihrem neuen Ehemann gemacht hatte. Die Restsumme wollten die beiden Hartz-IV-Empfänger jedoch nicht bei den Behörden angeben. Deshalb deponierte die Frau das Geld in bar bei einem Bekannten.

Als sie wenige Tage vor der Tat dort 1500 Euro für einen Urlaub mit ihrem Ehemann abholte, nahm dieser den Besuch als Beweis für seine Vermutung und ohrfeigte sie. In der Tatnacht waren beide Beteiligten stark betrunken. Nach eigenem Bekunden wollte der Mann über die Beziehungsprobleme des Paares reden, doch seine Frau habe ihn ausgelacht und verhöhnt - der 61-Jährige griff zum Messer. Im Prozess drückte der schwer kranke Verurteilte unter Tränen sein Bedauern aus. Die Verteidigung hatte drei, die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft wegen Totschlags gefordert.

dpa

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