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Es war eine scheinbar intakte Ehe.

Jetzt ist das Motiv klar

Ehefrau zerstückelt - dann flog er in den Urlaub

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Friedberg - Was für eine grausame Tat. Horst K. zerstückelte erst seine Ehefrau Grace und flog anschließend nach Asien, um Urlaub zu machen. Bei seiner Rückkehr wurde er sofort festgenommen.

Stolz präsentierte Grace K. am 27. November 2015 auf ihrer Facebookseite Bilder von frisch gebackenen Makronenplätzchen. „Helferlein gegen Stress“, schrieb die Frau dazu. Drei Tage später war die 37-Jährige tot. Ermordet von ihrem Mann Horst K. – wegen Stress in der Ehe, wie der 53-Jährige gegenüber der Polizei als Motiv angab.

Laut Polizei hatte er seine Frau am 30. November in der gemeinsamen Wohnung in Friedberg bei Augsburg erschlagen und anschließend die Leiche zerstückelt. Danach verpackte er sie in mehrere Kisten und deponierte diese in einer Lagerhalle in Augsburg. Am 8. Januar wurde Horst K. festgenommen – er war gerade aus Thailand nach Frankfurt am Main zurückgeflogen und hielt sich im Raum Gießen auf.

Horst K. gesteht Tat

Grace K.

In den Vernehmungen gestand er die grausame Tat und gab den Ermittlern Hinweise, wo sie die Kisten und weitere Tatutensilien finden. Am vergangenen Sonntag wurden die Leichenteile geborgen und zur Obduktion nach München gebracht. Seither sitzt Horst K. wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft. Am 28. März 2005 hatten die beiden geheiratet. Sie sollen sich im Internet kennengelernt haben. Grace arbeitete in einem großen Supermarkt in Friedberg an der Käse- und Wursttheke, Horst K. habe in München gearbeitet. Ihr gemeinsames Hobby war offenbar das Essen. Grace postete im Internet jede Menge Fotos köstlicher Süßigkeiten, die sie selbst gebacken hatte. Und immer wieder finden sich Bilder von gemeinsamen Restaurantbesuchen und Grillfesten im Garten.

Dazwischen stehen Sinnsprüche, Bibelzitate, Fotos von den Zeugen Jehovas. Horst und Grace sollen der Religionsgemeinschaft angehört haben, die eine Scheidung nicht so ohne Weiteres zulässt. Horst K. war bereits einmal rund zehn Jahre lang verheiratet.

Nach Rückkehr aus Urlaub schlägt die Polizei zu

Mitte Dezember hatte eine gute Bekannte von Grace eine Vermisstenanzeige aufgegeben, weil sie nicht an ihrer Arbeitsstelle erschienen war. In seinem Umfeld und wohl auch gegenüber der Polizei gab Horst K. an, er vermute seine Frau in deren philippinischer Heimat auf der Insel Cebu. Diese Behauptung schien offenbar glaubhaft, sodass der 53-Jährige nach Thailand ausreisen konnte. Wann er Deutschland verließ, wollte die Staatsanwaltschaft Augsburg nicht sagen.

Er sei bereits früher mit dem gesamten Geld des Paares ins Ausland verschwunden, gab eine Person aus dem familiären Umfeld von Horst K. bekannt. Jedes Mal sei er zurückgekommen, als das Geld alle war. Als Horst K. am 8. Januar aus Thailand zurückkam und vom Flughafen Frankfurt nicht Richtung Augsburg fuhr, schlug die Polizei zu: Er wurde festgenommen.

Auf ihrer Facebookseite hatte Grace einen Spruch veröffentlicht. Ein Mann und seine Ehefrau könnten in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung sein, sie müssten aber in einem absolut übereinstimmen: niemals aufzugeben.

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