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Europaweit herrscht Apfelmangel.

Nur in Mittelfranken Spitzenernte

Eher mäßiges Apfeljahr in Bayern

Lindau - Viele Obstbauern sind mit den Erträgen in diesem Herbst ausgesprochen unzufrieden. Hagel und Frost haben Äpfeln und Birnen im späten Frühjahr zugesetzt. Ganz anders sieht es in Mittelfranken aus.

Fröste und Hagel im Frühjahr und Frühsommer haben in Bayern für ein eher mäßiges Apfeljahr gesorgt. Mit Ausnahme von Mittel- und Teilen Unterfrankens sowie der Bodenseeregion hätten die Obstbauern in diesem Herbst nicht nur weniger Obst geerntet; wegen Hagelschäden hätten viele Äpfel auch nur als minderwertigeres Mostobst vermarktet werden können, berichtete der Vorsitzende des bayerischen Erwerbsobstbauernverbandes, Helmut Jäger, der Nachrichtenagentur dpa.

Da aber europaweit ein Mangel an Äpfeln herrsche, habe der Preis für Mostäpfel in den letzten Wochen dennoch deutlich angezogen. Für 100 Kilo würden bis zu 16 Euro gezahlt, fast doppelt so viel wie in manchen Jahren üblich. Der entsprechende Preis für Tafelobst sei allerdings dreimal so hoch.

Eine Ausnahme bilde Mittelfranken, wo heuer eine Spitzenernte eingefahren worden sei, berichtete der Vorsitzende des Vereins Fränkische Obstbauern, Karl-Ludwig Rostock. Aber auch in der Region Würzburg hingen die Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume so voll wie lange nicht mehr. Manche Bauern kämen dort mit dem Ernten nicht nach; vor allem auf den in Mittelfranken verbreiteten Streuobstwiesen blieben Apfelbäume oft ungeerntet.

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Sowohl Mittelfranken als auch der Großraum Würzburg profitieren nach Rostocks Angaben von der schlechten Ernte im Vorjahr. Starke Fröste hätten 2011 vor allem in Tallagen die Obsternte vernichtet. „Da sie im vergangenen Jahr nichts getragen haben, haben die Obstbäume in Mittelfranken und der Region Würzburg soviel Reservestoffe, dass sie heuer stark austreiben und zudem widerstandsfähiger gegenüber dem Frost im Frühjahr waren“, berichtete Rostock.

In Mittelfranken stießen inzwischen die Keltereien an die Grenzen ihrer Kapazitäten, berichtet Rostock, der in der Nähe von Aschaffenburg Obstbau betreibt. In der Bodenseeregion, wo nach Angaben des regionalen Erzeugerverbandes ebenfalls eine gute Obsternte eingefahren wurde, weichen Bauern inzwischen auf Mostbetriebe im benachbarten Baden-Württemberg aus. Auch in Franken gebe es noch Mostbetriebe, die noch Kapazitäten hätten.

Die mit guten bis sehr guten Erträgen gesegneten Obstbauern dürften nach Einschätzung des Vorsitzenden der Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern, Martin Nüberlin, mit der Vermarktung keine Probleme haben. „Wir haben in ganz Europa ein unterdurchschnittliches Obstjahr. Vor allem in Frankreich, Holland und Belgien war die Ernte schlecht. Manche kleinere Mostereien kämpfen fast um jeden Container Äpfel“, berichtete Nüberlin. Aus diesem Grund erhielten die Obstbauern für ihre Mostäpfel europaweit auch so hohe Preise.

dpa

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