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Der Polizeieinsatz bei Schülerdemo ist umstritten. 

Ein Schüler erzählt im Interview

Umstrittener Einsatz in Nürnberg: „Die Polizei war überfordert“

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Beim Versuch, den 20-Jährigen abzuschieben, war es am Mittwoch vor einer Berufsschule in Nürnberg zu Tumulten gekommen. Schüler hatten mit einer Sitzblockade und einer spontanen Demonstration versucht, die Abschiebung zu verhindern. Wir haben mit einem der Schüler gesprochen.

Erwin M. (28) macht eine Ausbildung zum Schreiner, er geht in die Parallelklasse des afghanischen Schülers, der am Mittwoch aus dem Klassenzimmer abgeschoben werden sollte. M., der seinen vollen Namen und sein Bild nicht veröffentlichen möchte, engagiert sich in der Schülermitverantwortung der Berufsschule in Nürnberg.

Wie nah waren Sie dran am Geschehen?

Unser Klassenzimmer ist direkt neben dem des betroffenen Mitschülers, wir haben sofort mitbekommen, dass Polizei im Gebäude ist. Die Stimmung war eigenartig. Eine Lehrkraft und die stellvertretende Schulleitung haben erreicht, dass sich der Betroffene noch von seinen Mitschülern verabschieden kann. Wir standen auf dem Gang und waren total perplex.

Sie sind dann raus auf den Schulhof?

Ja, in unserer Klasse sind viele aus der Schülermitverantwortung. Wir haben schnell geschaltet und sind raus, um alles zu dokumentieren. Erst waren es nur 10, 15 Leute, dann wurden es mehr und wir haben entschieden, das Polizeiauto zu blockieren, indem wir uns drum herum setzen.

Hatten Sie Angst?

Ich war bei solchen Aktionen noch nie dabei. Ich wusste nicht, was versammlungsrechtlich erlaubt ist. So ging es den meisten. Aber unser Ungerechtigkeitsempfinden war stärker als die Angst.

Die Bilder wirkten dramatisch. War es wirklich so?

Die Darstellung in den Medien war sehr unterschiedlich. Unsere Regionalzeitung schrieb von einem friedlichen Protest, in bundesweiten Zeitungen war die Rede von krawallstiftenden Chaoten. Mein Bild ist das: Die Polizei war überfordert. Es hieß, dass Flaschen geworfen und ein Fahrrad geworfen wurden. Das halte ich für übertrieben.

Ist es falsch?

Ich kann es nicht beschwören, habe aber nur mitbekommen, dass die Schüler wütend den Inhalt ihrer Flaschen auf die Polizisten geschüttet haben. Es war immer nur die Rede von verletzten Polizisten, aber es gab auch blutende Demonstranten.

Mit welchem Gefühl gingen Sie nach diesem Tag nach Hause?

Mit einem flauen Gefühl im Magen. Heute in der Schule reden wir viel darüber. Wir sind aber auch froh, dass wir ganz Deutschland zeigen konnten, wie die Realität aussieht.

Wie ging es Ihnen, als klar war, dass Ihr Mitschüler bleiben darf?

Wir haben vor dem Amtsgericht in Nürnberg gewartet. Auf einmal kam er heraus und es hieß, er ist erst einmal auf freiem Fuß. Wir sind alle sehr, sehr happy.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zum Thema: Abschiebung aus dem Klassenzimmer - Wie der Fall Asef N. eskalieren konnte . Außerdem: So reagieren Schulen in München auf die Vorfälle. 

Interview: Carina Zimniok

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