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Renate Hildebrandt gefällt die Büste ihres Dieter.

Kabarettarchiv Mainz ehrt den Kabarettisten

Eine Büste für meinen Dieter

Mainz - Mit einer Büste ehrt das Deutsche Kabarettarchiv den2013 gestorbenen Dieter Hildebrandt. Das Porträt mit einem leicht spöttischen Zug in den Mundwinkeln wurde am Mittwoch in Mainz enthüllt.

Dieter Hildebrandt war ein rastloser, unermüdlicher Aufklärer für die Wahrheit und gegen das Unrecht – von der Politik bis zu den Anliegen des kleinen Mannes. Und dafür reiste er bis kurz vor seinem Tod im vergangenen November kreuz und quer durch die Republik, las aus seinen Büchern, stellte sich dem Publikum.

Auch in Mainz, wo das berühmte Unterhaus steht, in dem der Deutsche Kabarettpreis verliehen wird, spielte Hildebrandt im Laufe seines 86-jährigen Lebens immer wieder. Und hier, im Deutschen Kabarettarchiv, wird der große Menschenfreund und kritische Denker jetzt mit einer Büste geehrt. Am Mittwoch wurde sie enthüllt – ein Porträt des Bildhauers Eberhard Linke, der den Kabarettisten mit jenem für ihn so typischen spöttischen Zug um die Mundwinkel zeigt. Als Vorlage dienten ihm übrigens Fotografien des Wahlmünchners mit schlesischen Wurzeln.

Linke arbeitet und lebt übrigens in Rheinland-Pfalz und hat bereits – ebenfalls fürs Kabarettarchiv – den Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) porträtiert.

Mit dabei bei der feierlichen Einweihung war auch Hildebrandts Witwe Renate Küster. Der Münchner tz sagte sie am Donnerstag am Telefon: „Mir gefällt die Büste sehr gut. Besonders das freche Schmunzeln passt zu Dieter.“ Zusammen mit seiner Tochter Ulla war die zweite Ehefrau des verstorbenen Kabarett-Königs nach Mainz gereist. „Es war eine schöne Veranstaltung, da ja auch viele Freunde von Dieter da waren“, erzählt sie. Und sie hatte ein Geschenk mit in ihrem Reisegepäck: „Die bekommen nun von mir die Schreibmaschine von Dieter zur Verfügung gestellt. Auf der verfasste er alle seine Texte. Das hätte Dieter bestimmt gefallen“, lächelt sie.

Zu den Freunden und Weggefährten, die sich nach Mainz begeben hatten, gehörte auch Ottfried Fischer. Er sagte auf der Feier: „Dieter ist für uns unsterblich. Er hat gelebt, um für uns da zu sein, wenn er nicht mehr da ist.“

In den Herzen und Hirnen der Menschen lebt Hildebrandt ohnehin weiter – und in seiner neuen Nachbarschaft, neben Hanns Dieter Hüsch, dem Poeten vom Niederrhein, dürfte er sich ebenfalls wohlfühlen. Zwei blitzwache Geister unter sich, integer, unverrückbar, klar für ihre Ideale eintretend. Die beiden werden gehörig Licht und Witz in den Kellergang des Gewölbes im Kabarettarchiv bringen.

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