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Luitpold Prinz von Bayern.

SERIE ÜBER LUDWIG II. - TEIL III.

„Eine König-Ludwig-Pizza wird’s nicht geben“

Prinz Luitpold von Bayern, geboren in Schloss Leutstetten bei Starnberg, ist der Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III.

Als Geschäftsführer der „Königlichen Holding und Lizenz KG“ kümmert er sich um den Schutz und die weltweite Vermarktung des Namens „König Ludwig II.“ Daneben ist er noch Bräu der „König Ludwig Schlossbrauerei“ in Kaltenberg und richtet dort alljährlich Ritterspiele aus.

Sie haben sich auf Ihre Fahnen geschrieben, die „Marke Ludwig“ zu schützen. Funktioniert das überhaupt?

Es ist eine essentielle Arbeit, diese Person, ihre Würde und ihr Ansehen, unbeschädigt zu halten, und all die Dinge einzufangen, die unter der Ludwig- Flagge segeln. Ein vernünftiger Schutz ist leider nur durch Markenrechte möglich, denn der persönliche Schutz ist durch den Tod erloschen. Wir kamen in der Familie überein, das selbst in die Hand zu nehmen. Das ist mein Part. Wir sind unternehmerisch tätig geworden, haben eigene Produkte entwickelt und vergeben Lizenzen an eigene Partner. Die Marke muss innere Werte, Tradition und Langfristigkeit widerspiegeln.

Das Interview ist ein Vorabdruck aus:

„Wege zum Märchenkönig - Der etwas andere Wanderführer zu seinen Bergresidenzen und Schlössern“ (Verlag Berg & Tal), 19,90 Euro (erscheint demnächst).

Was passt zu diesen Werten, was darf den Namen Ihres Urgroßonkels tragen?

Bei den bodenständigen Produkten ist es unser Bier, zum Beispiel König Ludwig Dunkel. Mit einer Käserei aus dem Allgäu haben wir König Ludwig King’s Cheese entwickelt. Die verarbeitet nur Heumilch. Mit einem Mehlproduzenten in Kulmbach haben wir eine Backmischung entwickelt, mit der wir über 5000 handwerkliche Bäckereien bedienen.

Das König-Ludwig- Brot läuft hervorragend. Eine eigene Mannschaft entwirft Designs für die Trachtenmode. Wir suchen uns Partner im Bereich Luxusartikel, etwa eine Münchner Uhrenmanufaktur. Die fertigt eine hochwertige Tischpendeluhr. Oder alles für den gedeckten Tisch, das königliche Büro, Accessoires für die Innenausstattung.

Besteht bei einer solchen Vielfalt nicht die Gefahr, dass Ludwigs Erscheinungsbild zerfleddert wird?

Wir müssen aufpassen, dass es Dinge sind, die dem Geist von Ludwig-Produkten entsprechen. Als Richtschnur dient die simple Frage: Was würde König Ludwig heute kaufen? Bekanntlich stellte er höchste Ansprüche. Man muss nicht jeden Unsinn mit König Ludwig zulassen. In Oberammergau wollte man einen König Ludwig-Wochenmarkt mit Souvenir Ramsch aufziehen. Das haben wir geblockt. Aber auch die König-Ludwig-Pizza wird es nicht geben.

Das Konterfei des „Kini“ prangt auf Küchenschürzen, Biergläsern, Feuerzeugen etc. Wie wollen Sie das verhindern?

Kaffeetassen mit König Ludwig, der ganze Souvenir- Markt, sind rechtlich nicht mehr einzubremsen. Aber eine komplette Geschirr-Serie, das geht nicht. Oder eine Ludwig II.-Café-Kette, wie sie der Konsul Weyer mal aufziehen wollte. Hier gibt es ein Recht an historischen Personen. Markenartikel, die mit seinem Namen zusammenhängen, sind weltweit geschützt. Es gibt lediglich ein paar Ausnahmen, zum Beispiel Nymphenburg-Sekt. 

Welche Produkte lassen sich Ihrer Meinung nach gar nicht mit König Ludwig verbinden?

Es gibt fürchterlich viele Sachen, die von schlechtem Geschmack zeugen und von minderwertiger Qualität sind, zum Beispiel Unterwäsche. Auch die König-Ludwig-Matratze und Ludwig als Marionettenfigur haben wir verhindert.

Wie sieht es mit Ludwig- Stüberln und Ludwig- Suiten aus, gehen Sie auch gegen die Traditionsvereine vor, die das Andenken an den „Kini“ hoch halten?

Natürlich nicht. Es freut uns ja, wenn die das machen. Nur wenn sie dann plötzlich königlich- bayerische T-Shirts vermarkten wollen, müssen wir das regeln. Bei professionellen Sportveranstaltungen kann eine ganze Maschinerie von Merchandising-Produkten anlaufen, wenn das ein Eigenleben bekommt. 

Gelingt es Ihnen, Ihre Rechte durchzusetzen?

Wir haben inzwischen einige hundert gewonnene Verfahren.

Bei den Ludwig-Musicals haben Sie obsiegt, die Anwälte der Gegenseite konnten sich mit dem Argument, dass Ludwig als historische Figur Allgemeingut ist, nicht durchsetzen. Seinerzeit wurde Ihnen vorgeworfen, dass Sie nur abkassieren wollen.

Damals habe ich mich unbeliebt gemacht. Aber es geht nicht ums Abkassieren. Man muss die Dinge rechtzeitig einfangen, um die Person zu schützen und die Wertigkeit der Marke Ludwig zu erhalten. 

Um welche Summen geht es bei der Verwertung der Rechte, wie sieht es mit Ihren Einnahmen aus?

Die Einnahmen aus den Lizenzgebühren tragen den weltweiten Markenschutz.

Das Gespräch führte Manfred Hummel.

Die nächste Folge

„Ludwig II. hat Hausverbot“ - ein Interview mit Kabarettist Helmut Schleich.

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Die vorherige Folge

"Das Staatsverbrechen an Ludwig II. - ein Beitrag des Politikers und Publizisten Peter Gauweiler über Ludwig II.

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