Der Alte: Klaus Wenzel.

Klaus Wenzel tritt ab

Oberbayerin will an die Spitze des Lehrerverbands BLLV

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München/Poing – Beim größten bayerischen Lehrerverband BLLV steht ein Wechsel an der Spitze bevor. Klaus Wenzel tritt ab.

Klaus Wenzel (65), der seit 2007 den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband führt, hat intern erklärt, dass er bei der Neuwahl im Mai nicht mehr antreten wird.

Der Alte: Klaus Wenzel.

Als Nachfolgerin wird die Volksschulrektorin Simone Fleischmann (44) kandidieren. Fleischmann, die seit neun Jahren die Grund- und Mittelschule in Poing (Landkreis Ebersberg) leitet, hat ihre Bereitschaft zur Kandidatur schriftlich allen Kreisvorsitzenden bekundet. Würde sie bei der Verbandssitzung am 14./15./16. Mai in der Augsburger Kongresshalle gewählt, müsste Fleischmann ihr Schulamt aufgeben – der gut dotierte Präsidentenjob im BLLV (mit Dienstwagen) ist ein Hauptberuf.

Die Neue? Simone Fleischmann.

Die Kandidatur sei „eine Herausforderung, eine echte Chance“, sagte Simone Fleischmann unserer Zeitung. Sie glaube fest an die Verbesserungsfähigkeit des bayerischen Schulsystems. Einen Gegenkandidaten gibt es laut Wenzel bis jetzt nicht. Es wäre das erste Mal, dass eine Frau einen der traditionell starken bayerischen Lehrer-Lobby-Verbände anführt. Da 80 Prozent der BLLV-Mitglieder weiblich sind, stehen die Chancen Fleischmanns schon so gesehen nicht schlecht. Sie gehört schon jetzt dem BLLV-Vorstand an, ihr Auftreten ist jovial und konziliant, inhaltlich bearbeitet sie die ganze Bandbreite an Schulthemen – von schulpolitischen Details etwa über die Anzahl von Proben in der 4. Klasse über allgemeine Lebensfragen („gehört Nutella auf den Frühstückstisch?“) bis hin zu Grundsatzproblemen etwa über Sinn und Unsinn von Noten. Sowohl im Kultusministerium als auch bei den anderen Lehrerverbänden würde man bei ihrer Wahl wahrscheinlich aufatmen. Dort gilt Wenzel als Scharfmacher und schulpolitisch kompromisslos. Gleichwohl hat er einige Erfolge vorzuweisen, nicht zuletzt bei der Mitgliederwerbung. Der 55 000 Mitglieder starke Verband hat sich unter seiner Führung mehr und mehr als Lehrerverband für alle Schularten definiert. Über seine starke Studentengruppe warb er zum Ärger des Philologenverbands auch Gymnasiallehrer für eine BLLV-Mitgliedschaft. Sein Abschied erfolge ohne Wehmut, sagte der Mittelfranke unserer Zeitung. „Das ist definitiv, das ist entschieden.“ Er sei „das Gegenteil von amtsmüde“. Aber 31 Jahre im Verband seien genug.

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