Eine Rabbinerin für Bamberg

Bamberg  - Die jüdische Gemeinde in Bamberg bekommt erstmals nach 1939 wieder einen eigenen Rabbiner. Das Amt wird nun eine Frau ausfüllen.

Die Medizinerin Antje Yael Deusel ließ sich am Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg zur Rabbinerin ausbilden. An diesem Mittwoch wird sie gemeinsam mit vier Kollegen in der Bamberger Synagoge ordiniert.

Zum vierten Mal feiert das Kolleg diese Zeremonie. Neben der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg ist es das einzige wissenschaftliche Ausbildungsinstitut für Rabbiner in Mitteleuropa. Dort wird das reformorientierte Judentum vertreten, das als weltweit stärkste Richtung innerhalb der Glaubensgemeinschaft gilt. Anders als bei den orthodoxen Juden dürfen hier auch Frauen Ämter übernehmen.

“Für unsere Gemeinde ist das ein riesiges Ereignis“, kommentierte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg, Heinrich C. Olmer, die bevorstehende Feierstunde. Erwartet werden dazu unter anderem der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.

Etwa 900 Mitglieder zählt die jüdische Gemeinde in Bamberg, die Synagoge war 2007 eingeweiht worden. Bislang gab es dort lediglich einen Vorbeter - und nun eine Rabbinerin. Antje Yael Deusel ist die zweite Rabbinerin, die in Bayern wirkt. Gesa Ederberg begann 2002 in Weiden, sie wurde allerdings nicht in Deutschland, sondern in Jerusalem ordiniert. Mittlerweile arbeitet sie in Berlin.

Aufgaben des sogenannten modernen Rabbinats sind laut Abraham-Geiger-Kolleg Predigt und Seelsorge, Religionsunterricht, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung sowie die Klärung religionsgesetzlicher Fragen.

dpa

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