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So umkämpft und antiquiert wie auf diesem Bild von 2002 sind Computer in Bayerns Klassenzimmer nicht mehr. Eine Studie sieht aber noch viel Verbesserungspotenzial.

Umfrage zu neuen Medien

Studie: Unterricht in Bayern muss digitaler werden

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Eine Studie bescheinigt Schülern und Lehrern guten Willen beim digitalen Lernen. Doch fehle es Schulen an der Technik und an sinnvollen Konzepten.

München – Die Schüler sind sich quasi einig: 80 Prozent von ihnen behaupten laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung an weiterführenden Schulen, dass sie durch Lernvideos, Internetrecherche oder moderne Präsentationsprogramme im Unterricht aktiver und aufmerksamer seien. Und: Digitale Medien sollten in der Schule vielseitiger eingesetzt werden. Bei den Lehrern fällt das Urteil dagegen skeptischer aus. Nur gut ein Viertel von ihnen glaubt, dass die Lernergebnisse der Schüler durch den Einsatz digitaler Medien im Unterricht besser werden. Dafür sind 70 Prozent der Schulleiter und Lehrer immerhin davon überzeugt, dass die neue Technik ihre Schule attraktiver macht.

Aus der bundesweiten Umfrage unter 2000 Schülern, Lehrern und Experten ziehen die Bertelsmann-Autoren den Schluss, es hänge ohnehin gar nicht so sehr an den einzelnen Lehrern, ob es Apps, Lernspiele und Simulationen bis ins Klassenzimmer schaffen. „Der Geist ist willig, aber das WLAN ist schwach“, kalauert die Stiftung. Hemmschuhe des digitalen Fortschritts seien unzuverlässige oder nicht vorhandene Technik. Außerdem bemängelt die Bertelsmann Stiftung das Fehlen von Konzepten. „Die Schule nutzt das pädagogische Potenzial des digitalen Wandels noch nicht“, sagt ihr Vorstand, Jörg Dräger, und bezieht sich dabei besonders auf den individuellen Nutzen Neuer Medien für förderbedürftige Schüler.

Das sagt das Kultusministerium zu der Studie

Das bayerische Kultusministerium fühlt sich von der deutschlandweit durchgeführten Umfrage nicht angesprochen. Es verweist darauf, dass sämtliche Schulen im Freistaat den Auftrag hätten, „umfassende Medienkonzepte“ zu erstellen. Die Digitalisierung werde „nachhaltig und mit Augenmaß vorangebracht“, zwei Drittel der Lehrkräfte seien zufrieden mit der technischen Ausstattung an ihrer Schule. Außerdem stehe bei der Zukunftsstrategie des Kultusministeriums „nicht die Technik, sondern der Mensch im Mittelpunkt“.

Eine Argumentation, der sich viele der großen Lehrerverbände anschließen: Bei allem Medieneinsatz sei immer noch die pädagogische Kompetenz der Lehrer der ausschlaggebende Faktor für guten Unterricht. Die Motivation, digitale Medien zu nutzen, sei bei einer großen Mehrheit der Pädagogen vorhanden, so der Tenor aus dem Verband Deutscher Realschullehrer (VdR) und dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Letzterer kritisiert aber in Einklang mit der Studie das Fehlen von Technik, Fortbildungen und Konzepten auch in Bayern.

Eine Problematik, die auch Heinz-Peter Meidinger nachvollziehen kann. Der Chef des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) leitet in Deggendorf selbst ein „kreidefreies“ Gymnasium mit Whiteboards. Es hapere vielerorts an der finanziellen und technischen Ausstattung, nicht am Lehrerwillen. Kritik üben aber Meidinger und andere Bildungsspezialisten an der Studie selbst. Die Nachteile des Digitalunterrichts würden von der Stiftung unterschlagen. Der Nachweis besserer Lernergebnisse fehle bislang, sagt Meidinger, der bei der konzernnahen Stiftung auch wirtschaftliches Interesse im Spiel sieht. Auch er betont, dass die Schule mit dem Lehrer stehe und falle: „Schlechter Unterricht wird nicht besser durch digitale Medien. Guter könnte besser werden.“

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