Ein Leben ohne Handy – eine Woche lang probieren die Schüler es aus. dpa

Eine Woche Handyfasten: Schüler sperren Mobiltelefone weg

Hersbruck - Eine Woche lang wollen sie probieren, wie es früher war. Früher, als es noch keine Handys gab. Also packen 350 Gymnasiasten aus Hersbruck ihre Mobiltelefone in einen Banktresor.

Sieben Tage ohne Handy. 350 Gymnasiasten aus Hersbruck in Mittelfranken haben sich dafür entschieden, eine Woche das „Handyfasten“ auszuprobieren. Um sicherzustellen, dass nicht doch einer der Teilnehmer heimlich seinen Kumpel anruft oder der Angebeteten eine SMS schickt, werden die Geräte versiegelt und unerreichbar verwahrt - im Tresor der örtlichen Bank.

Initiator Jürgen Putzer vom Elternbeirat des Paul-Pfinzing-Gymnasiums will die Schüler damit zum Nachdenken anregen. Denn die mobilen Geräte verändern auch Verhaltensweisen, erklärt Putzer: So halten viele Jugendliche inzwischen Verspätungen für normal und entschuldigen sich dafür nur mit einem kurzen Anruf. „Wenn ich nicht anrufen kann, muss ich von vorneherein pünktlich sein“, sagt Putzer. Während des Unterrichts wird das Handyfasten aber keinen großen Unterschied machen: An dem Gymnasium sind wie an allen bayerischen Schulen Mobiltelefone verpönt, sie dürfen lediglich ausgeschaltet im Ranzen oder der Tasche sein.

Im Unterricht hat das Thema schon einige Diskussionen angestoßen, ganze Schulstunden wurden damit gefüllt. Denn die 17 Klassen der Jahrgangsstufen sieben bis neun konnten selbst entscheiden, ob sie an der Aktion teilnehmen. Ergebnis: 13 Klassen wagen das Experiment. „Die meisten finden das ganz okay, weil sie das mal probieren wollen“, berichtet die 13-jährige Helen. „Andere sagen, sie sind so abhängig von ihrem Handy, dass sie es nicht abgeben wollen.“ Wenn alle - auch am Wochenende - durchhalten, lockt als Belohnung ein Wandertag in einem Klettergarten.

Wichtig ist Schule wie Elternbeirat aber, moderne Medien nicht zu verdammen. Deshalb dürfen sich die Schüler über ihre Woche ohne Handy im Internet austauschen: in eigens dafür eingerichteten Netzwerken.

Elke Richter

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