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Nach einer witzigen Wette strickten die weiblichen Gefangenen der JVA Würzburg einen Schal, der die Anstalt einmal umrundet.

Einmal um die JVA mit dem Strickschal

Würzburg - Weibliche Gefangene der JVA in Würzburg haben ihr Gefängnis für den Winter gerüstet. Sie strickten einen Schal, der die Anstalt umrundet. Grund dafür war eine witzige Wette.

Jeden Donnerstag klapperten im Gefängnis in Würzburg die Stricknadeln. Emsig verarbeiteten die weiblichen Gefangenen bunte Wollknäuel, die in großen blauen Kisten neben ihnen lagen. Die Frauen hatten ein Ziel: Sie wollten eine Wette gegen Gefängnisdirektor Robert Hutter gewinnen. Der hatte ihnen selbst gebackenen Kuchen versprochen, wenn sie bis zum 1. Advent einen 1,6 Kilometer langen Schal stricken, der die Anstalt einmal umrunden kann. Schon jetzt - sechs Wochen vor Ablauf der Frist - haben die Frauen die Wette gewonnen.

An diesem Samstag werden die Einzelteile von etwa 2000 gestrickten Schals rund um die Außenmauern des Gefängnisses aufgehängt. Zusammengesetzt ergeben sie eine Länge von drei Kilometern. “Ohne die Hilfe von außen hätten wir das nicht geschafft“, gibt Erzieherin Ingrid Pollack zu. Die ehrenamtliche JVA-Betreuerin hatte den Strickkreis im Gefängnis ins Leben gerufen.

Sie erzählte den Medien von der Wette “und plötzlich explodierte alles“. Aus ganz Deutschland und sogar aus Italien, Österreich und der Schweiz habe man ihr Schals und Wolle geschickt. Es meldeten sich Strickkreise bei ihr. “Es ist ein richtiges Strick-Netzwerk entstanden“, sagt die 62-Jährige. Die wärmenden Unikate der Strick-Aktion sollen an soziale Einrichtungen in der Region verteilt werden.

“Die Anerkennung und das Lob der anderen bewegt die Frauen“, sagt Pollack. Die Anstaltsleitung unterstützte das Strick-Projekt von Anfang an. Es gebe den Frauen Selbstbewusstsein, sagte auch der stellvertretende Anstaltsleiter Ullrich Mann. “Außerdem verbringen sie ihre Freizeit sinnvoll, haben soziale Kontakte und sie können zeigen, dass sie hinter den Mauern Gutes tun.“ In der JVA in Würzburg sitzen derzeit 101 Frauen und 502 Männer.

dpa

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